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Sparkasse Trier unterstützt regionale Schuldnerberatungsstellen

Finanzen : Jeder zehnte Trierer überschuldet

Sparkasse Trier unterstützt regionale Schuldnerberatungsstellen mit einer Spende in Höhe von 80 000 Euro.

Die Sparkasse Trier hat den Einsatz der Schuldnerberatungsstellen der Region, wie bereits in der Vergangenheit, mit einer Spende in Höhe von 80 000 Euro gefördert. Die Spende soll auf Basis der erhobenen Fallzahlen auf die vier Beratungsstellen verteilt werden.

Überschuldung ist ein großes gesellschaftliches Problem. Im vergangenen Jahr hätten bundesweit 10 Prozent der Bürger als überschuldet gegolten. Das geht aus dem Schuldenatlas der Creditreform hervor. Als überschuldet gilt, wer seine Zahlungsverpflichtungen über einen längeren Zeitraum mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht nachkommen kann.

Für den Kreis Trier-Saarburg liegt die Überschuldungsquote bei 6,7 Prozent und für die Stadt Trier sogar bei 10,6 Prozent.

Schuldnerberatungsstellen ermöglicht es verschuldeten Menschen, sich kostenlos professionelle Hilfe zu holen. Die Berater unterstützen verschuldete Menschen dabei, individuelle Pläne auszuarbeiten, um ihre Schulden zu regulieren.

Mit dem Caritasverband, dem Diakonischen Werk, der Gesellschaft für Psychologie und Soziale Dienste und der Suchtberatung „Die Tür“ gibt es in Trier gleich vier Anlaufstellen, die sich den finanziellen Problemen der Menschen annehmen.

Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Trier Dr. Peter Späth sagt dazu: „In dieser gesellschaftlich schwierigen Lage können wir uns glücklich schätzen, dass es Organisationen und Vereine gibt, die den betroffenen Menschen zur Seite stehen“. Er betonte zudem, es sei der Sparkasse Trier ein wichtiges Anliegen, die Schuldnerberatungsstellen zu unterstützen.

Von Überschuldung betroffen sind nicht nur Geringverdiener und Empfänger von Transferleistungen, sondern auch die Mittelschicht und Bezieher von höheren Einkommen.

Hauptauslöser für die Überschuldung ist immer noch die Arbeitslosigkeit mit 20 Prozent, so der Schuldenatlas der Creditreform. Erkrankungen, Suchtprobleme und Unfälle mit 16 Prozent, unwirtschaftliche Haushaltsführung mit 14,3 Prozent sowie Trennung, Scheidung, Tod mit 12,5 Prozent folgen auf den weiteren Rängen.

Da in 35 Prozent der betroffenen Haushalte mindestens ein Kind lebt, hat die Überschuldungssituation auch direkte Auswirkungen auf die nachfolgende Generation. Personen über 70 Jahre sind nur mit knapp 3% betroffen. Allerdings hat die Zahl um 45% zugenommen. Dies zeigt, dass das Thema Altersarmut in Zukunft ein stärkeres Gewicht haben wird.

In diesem Jahr kommt die Corona-Pandemie noch erschwerend hinzu. Die Sparkasse Trier betont in einer Pressemeldung, sie habe mit verschiedenen Maßnahmen versucht, finanzielle Engpässe zu überbrücken und die Menschen in dieser Situation zu entlasten. Zum Beispiel mit der Aussetzung der Zins- und Tilgungsraten.

Um den Schuldnerberatungen für ihr Engagement und ihre Arbeit zu danken, hat die Sparkasse Trier ihre Wertschätzung bei der Überreichung der Förderbescheide ausgedrückt.