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Sparkasse Trier zieht positive Bilanz für 2019

Finanzen : In zwei Welten unterwegs

Die Niedrigzinsphase fordert die Finanzinstitute. Sie müssen sich zudem zwischen Beratung in der Fläche und der Digitalisierung positionieren. Wie ist das 2019 der Sparkasse Trier gelungen?

Für die neue Führungsspitze der Sparkasse Trier war die Bilanzpressekonferenz eine gelungene Premiere. Peter Späth, neuer Vorstandsvorsitzender, und Martin Grünen, neuer stellvertretender Vorstandsvorsitzender, haben seit wenigen Wochen André Polrolniczak als Vorstandskollegen an der Seite. Das Trio konnte aus Sparkassensicht erfreuliche Zahlen vorstellen. Die Bilanzsumme ist um 4,4 Prozent oder fast 200 Millionen Euro auf 4,75 Milliarden Euro angewachsen. Wichtigster Treiber in dieser positiven Entwicklung sind die Kundenkredite, die mit 3,87 Milliarden Euro um 2,6 Prozent gestiegen sind. Auf hohem Niveau entwickelt sich das Wohnungsbaugeschäft. Mit Kreditzusagen in Höhe von 445 Millionen Euro schrammte die Sparkasse nur knapp am Rekordergebnis von 2015 (447) vorbei. Für Vorstandschef Peter Späth eine Bestätigung der guten Arbeit und der Ausrichtung der Sparkasse: „175 000 Kunden – Privatkunden, Unternehmen, Selbstständige Institutionen und Vereine – schenken unserer Sparkasse das Vertrauen. Dies festigt unsere Position als Marktführer und hat die wichtigsten Geschäftsfelder angetrieben.“ Dies sei unter den gegebenen Rahmenbedingungen allerdings „eine herausfordernde Aufgabe“. Die Niedrig- und Nullzinsphase belaste weiterhin stark die Ertragslage der Sparkasse. Späth kündigte an, dass ein Jahresüberschuss von sechs Millionen Euro verbleibe, der nach einer möglichen Ausschüttung an die Träger (im vergangenen Jahr wurden 2,5 Millionen Euro an den Landkreis Trier-Saarburg und die Stadt ausgeschüttet) zur weiteren Aufstockung des Eigenkapitals verwendet werde. Die ausgewiesenen Eigenmittel betragen dann mehr als zehn Prozent der Bilanzsumme.

Die Auswirkungen der Niedrigzinspolitik der EZB werden indes im Geschäftsumfeld ganz gut verkraftet. Die Kundeneinlagen wuchsen auf 3,57 Milliarden Euro (+177 Millionen/+5,2 Prozent). Die Kunden bevorzugten flexible und liquide Geldanlagen, so Sparkassenchef Späth: „Anleger suchen Möglichkeiten einer attraktiven Rendite im Wertpapierbereich. Wie auch im vorangegangenen Jahr konnte die Sparkasse Trier 2019 einen starken Nettozufluss in Höhe von 47 Millionen Euro im Wertpapierbereich verzeichnen.“ Mit Strafzinsen fürs Girokonto müssen zudem Privatkunden derzeit nicht rechnen. Durch eine groß angelegte Kundenbefragung fühlt sich die Sparkasse bei ihrer Ausrichtung bestätigt. Peter Späth: „Wir erzielen dabei Spitzenwerte im Vergleich zu anderen deutschlandweit untersuchten Banken und Sparkassen.“ Die Strategie, Präsenz sowohl in der Fläche als auch im Online-Bereich zu zeigen, sowie die persönlichen Kundenkontakte kämen an.

Derzeit betreibt die Sparkasse 45 Filialen, 15 SB-Filialen und bietet Service an 99 Geldautomaten im Geschäftsbereich. Gleichzeitig gewinnt laut Späth auch die Onlinepräsenz an Bedeutung. Von den gut 126 000 Privatgirokonten werden inzwischen knapp 75 000 online genutzt. Stolz ist die Sparkasse auch auf die Nutzung der Internetfiliale: „7,8 Millionen Besucher, das sind im Durchschnitt 21 000 Besucher an jedem der 365 Tage im Jahr“, so Späth.

Mit Blick auf das laufende Jahr ist Späth optimistisch, dass die Sparkasse mit ihren 824 Mitarbeitern und 44 Azubis in den Spannungsfeldern zwischen „Investieren und Kosten begrenzen, Digitalisierung vorantreiben und Beratung stärken, Innovationen forcieren und Sicherheit hochhalten“ ein gutes Jahr hinlegt. Die Region stehe gut da: Die Unternehmen seien mit guter Auftragslage und Vollbeschäftigung bestens aufgestellt, der Immobilienmarkt bleibe attraktiv.