Spaziergang zum Altenhof

Ein Gedicht zum Aus des Altenhofs hat uns TV-Leserin Annemie Kasel zugeschickt. Es stammt von ihrem Onkel Bernhard Koch und zeigt schön, dass der Altenhof schon immer ein beliebtes Ausflugsziel war.


Von Aach aus waren zum Altenhof hin
Wir Burschen und Mädchen gegangen.
Ein Sonntagnachmittag, die Sonne, sie schien.
Jener Sommer ist längst schon vergangen.

Froh haben gelacht wir, gesungen, gezecht
Zusammen in fröhlicher Runde,
Uns tapfer gehalten im feuchten Gefecht,
Vergangen ist Stunde um Stunde.

Es hat dann allmählich der Platz sich geleert
Und die Tische dort unter den Bäumen.
Wir hatten uns alle zwar tapfer gewehrt,
Doch einige war'n schon am Träumen.

Als schließlich Frau Heidger, die Wirtin, erschien,
Um mahnend die Runde zu schließen,
Erhob man sich artig, um heimwärts zu zieh'n,
Gar mancher auf wackligen Füßen.

Es hakten die Mädchen, die Burschen sich ein.
Laut singend zog nun die Kolonne,
Es lachte der Mond mit silbernem Schein
Und hatte daran seine Wonne.

"Am Holderstrauch" klang es, "Am Brunnen .vor'm Tor",
Auch das Lied vom "Mühlrad im Grunde".
Hell hallte es rings an den Hängen empor
Zur mitternächtigen Stunde.

Dazwischen gluckerte munter der Bach,
Es harfte der Wind in den Weiden.
Melodisch tönte das "Weh und das Ach"
Vom "Röslein rot auf der Heiden".

Wir sangen das Lied von "Liebe und Treu'",
Im Gronn, wohl bei den vier Steinen.
Als das Ringlein gebrochen entzwei,
War leise ein Mädel am Weinen.

Stumm drückte der Bursche dem Mädel die Hand.
Beseligt drückte sie wieder.
Zwei wussten beglückt um das heimliche Band,
Geknüpft bei dem Klange der Lieder.

Auf der Altenhofsbrücke, da hieß es dann "Halt!"
Wir sangen noch einmal im Chore,
Hinunter in's Tal, hinauf in den Wald
Das Lied "Am Brunnen vor'm Tore".

Dann gingen geschlossen wir, Bursche und Maid
Durch's Dorf, und es schwiegen die Lieder, -
Es war eine selige, herrliche Zeit!
Oh, käme sie einmal noch wieder!

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