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SPD nominiert Kaseler Dirk Bootz als Kandidat für Landtagswahl im Wahlkreis Trier/Schweich

Landtagswahl 2021 : SPD-Kreischef will das Direktmandat

Mit mehr als 90 Prozent der Stimmen haben die Delegierten Dirk Bootz zum Kandidaten des Wahlkreises 24 für die Landtagswahl im kommenden Jahr gekürt. Als B-Kandidatin wird ihm Julia Bengart zur Seite stehen.

Ein Heimspiel war die SPD-Wahlkreiskonferenz Trier/Schweich für den Kreisvorsitzenden Dirk Bootz aus Kasel ohnehin, denn die 41 Delegierten waren im Gemeindehaus seines Heimatortes zu Gast. Dazu bekam er Rückenwind von seiner Vorgängerin Ingeborg Sahler-Fesel, die nach 15 Jahren im Landtag nicht erneut kandidiert, sowie von Katarina Barley, Vizepräsidentin des EU-Parlaments, und Rolf Mützenich, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. Am Applaus wurde deutlich, dass Bootz bei seiner Vorstellung für die Delegierten die richtigen Punkte ansprach.

Mit Blick auf die Covid-19-Pandemie sei man in Rheinland-Pfalz gut aufgestellt, meinte der Kandidat. „Ich bin froh, dass wir in dieser Situation eine Ministerpräsidentin haben, die keine Starallüren hat“, kommentierte er mit einem Seitenhieb auf Bayern. Zentral bleibe der Schutz der Gesundheit. Gleichzeitig müsse es sozial zugehen, sagte der Kreisvorsitzende. Als Beispiel für die Bundesebene wurde die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes angeführt, die man gegen Widerstände auch in der Koalition durchgesetzt habe. Bezogen auf die Region wurde Bootz‘ vehementer Einsatz für die Öffnung des Mertesdorfer Freibads genannt, der allerdings keine politische Mehrheit gefunden hatte.

Als „Jung‘ aus dem Ehrenamt“ wolle er sich für dieses gesellschaftliche Engagement stark machen, kündigte Bootz an. Stellvertretend nannte er die Feuerwehr. Sie erfahre durch den immer häufiger auftretenden Starkregen zusätzliche Belastung und verdiene daher Unterstützung durch das Land. In der Bildungspolitik sieht der Kandidat ein weiteres Betätigungsfeld. Als Vater dreier Kinder und durch seine Frau, die Leiterin einer Kita, erhalte er viele Einblicke in diesen Bereich. Er warnte davor, die durchgehende Gebührenfreiheit in Rheinland-Pfalz anzutasten: „Finger weg davon! Diesen Erfolg lassen wir uns nicht mehr wegnehmen.“

Ein klares Plädoyer für die europäische Idee lieferten gleich mehrere Redebeiträge. Durch die einseitige Grenzschließung zu Luxemburg habe man im Frühjahr erfahren, wie eine Politik aussieht, die sich nur auf den eigenen Staat konzentriert. „Bilder von Grenzpolizisten mit Maschinengewehren auf den Brücken – das hat bei unseren Nachbarn traumatische Emotionen geweckt“, kritisierte Barley. Wie wichtig aber der europäische Zusammenhalt für den Frieden sei, unterstrich Mützenich. In diesem Jahr hätte es in Europa zum Krieg kommen können, wenn nicht Griechenland und die Türkei an den Verhandlungstisch gebracht worden wären.

Auch Themen wie sozialer Wohnungsbau, Klimawandel, Weinbau und Digitalisierung wurden erörtert. Bei der anschließenden Wahl entfielen auf Christoph Bootz 37 Ja-Stimmen. Zwei Nein-Stimmen, eine Enthaltung und ein nicht gültiger Stimmzettel bildeten den Rest des Ergebnisses ab. Als Stellvertreterin – in Rheinland-Pfalz wird stets auch ein Ersatzkandidat nominiert – wählte die Konferenz Julia Bengart. Die 35-Jährige stammt aus einem Ortsteil von Boppard, studierte an der Uni Trier, wohnte zunächst in Morscheid und lebt seit 2007 in Trier. Seit 2019 ist sie für die SPD im Trierer Stadtrat aktiv. Sie arbeitet beim Verein Palais und betreut als pädagogische Fachkraft zurzeit Projekte der Berufshilfe. Ihre Erfahrungen aus dem Bereich der Sozialarbeit möchte sie in den anstehenden Landtagswahlkampf einbringen. Die Delegierten gaben ihr hierfür mit 38 Ja-Stimmen und drei Enthaltungen ein klares Mandat.