SPD Trier: „Ohne die Machtspiele der anderen wären wir deutlich weiter“

Kommunalpolitik : „Ohne die Machtspiele der anderen wären wir deutlich weiter“

Was wollen uns Wahlplakate sagen? In der Serie „Wie meinen Sie das?“ hakt der TV bei Spitzenkandidaten für den Trierer Stadtrat nach. Heute: Sven Teuber (SPD).

Die Ortschaft „Spaltung“ wird verlassen, nächstes Ziel „Gemeinschaft“ – das steht auf Ihrem Wahlplakt. Wie meinen Sie das, Herr Teuber?

Sven Teuber: Um Trier voranzubringen, brauchen wir einen Stadtrat, der gemeinsam anpackt, der gemeinsam die Weichen für die Entwicklung der Stadt stellt. Was wir nicht brauchen, sind Koalitionen oder Ideologien, die das verhindern und den Rat spalten.

In der zurückliegenden Wahlperiode ist die AfD von nahezu sämtlichen anderen Fraktionen des Rats isoliert worden – ist das nicht auch eine Form der Spaltung?

Teuber: Ja, ist es – aber aus demokratischen Grundsätzen heraus. Die AfD, die regelmäßig demokratische Gepflogenheiten missachtet und selbst versucht, die Gesellschaft und den Rat mit ihrer Hetze zu spalten, kann nicht verlangen, bei den anderen, demokratischen Fraktionen, auf Akzeptanz zu stoßen.

Unser Wahlplakat ist aber nicht nur auf die AfD gemünzt – sondern meint auch die anderen Fraktionen im Rat. Unsere Vorschläge, bei Neubaugebieten eine Quote von 33 Prozent für Sozialbauten einzuführen, die Neustraße zur Fußgängerzone zu machen und eine Solidarkarte für finanziell schwache Familien einzuführen, wurden sämtlich von Schwarz-Grün zunächst kleingeredet und schlechtgemacht – nur, weil die Ideen von uns kamen.

Mittlerweile findet man viele unserer Vorschläge in den Wahlprogrammen der anderen wieder. Ohne parteipolitische Machtspiele könnten wir bei vielen Dingen schon deutlich weiter sein.

Wie wollen Sie denn mehr Gemeinsamkeit im Rat durchsetzen?

Sven Teuber. Foto: Sven Teuber

Teuber: Wir werden weiterhin Angebote machen, sind dialogbereit und werden Vorschläge der anderen – egal, von wem sie kommen – auch in Zukunft sachorientiert diskutieren und darüber entscheiden. Und ein solches Verhalten erwarte ich auch von den anderen. Wir brauchen aber eine starke eigene Stimme mit vielen Sitzen als SPD.

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