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SPD Trier wählt Malu Dreyer mit 100 Prozent zur Landtagskandidatin

Landtagswahl 2021 : 100 Prozent Zustimmung für Malu Dreyer und ihren Plan

SPD Trier nominiert erneut die Ministerpräsidentin als Landtagskandidatin. Gewinnt sie das Mandat, gibt sie es aber wie 2016 an Ersatzmann Sven Teuber weiter.

Mehr Zustimmung geht nicht: Bei der Wahlkreiskonferenz der SPD Trier erhielt Ministerpräsidentin Malu Dreyer alle 37 Delegiertenstimmen. Nicht nur ein eindeutiges Votum für die 59-Jährige, sondern auch für den geplanten Umgang mit dem Mandat. Sollte, wie bei den drei vorangegangenen Landtagswahlen der Fall, Malu Dreyer auch am 14. März 2021 das Direktmandat im Wahlkreis 25 gewinnen, wird sie es im Fall einer erfolgreichen (Wieder-)Wahl zur Landeschefin niederlegen. Damit geht es an Sven Teuber, der bei der Kandidatenkür am Samstagabend im Lottoforum auf dem Petrisberg ebenfalls ein Spitzenergebnis erzielte. Bei der Wahl des B-Kandidaten votierten 34 von 36 Delegierten (eine Enthaltung, eine Neinstimme) für den 37-Jährigen.

Malu Dreyer legt Mandat nieder, Ersatzkandidat rückt nach: Dieser Schachzug brachte Triers SPD-Chef Sven Teuber 2016 erstmals in den Landtag. Aktuell ist er Sprecher seiner Fraktion für die Themen Arbeit und Soziales, Demografie und Drogen.

Das Kandidatenduo Dreyer/Teuber verteidigte das insbesondere von der CDU („Wählertäuschung“, „Etikettenschwindel“) heftig kritisierte Vorgehen als „Gewinn für Trier“: Im Erfolgsfall werde man wie gehabt „als Team“ für Stadt und Land zusammenarbeiten. Für Triers OB Wolfram Leibe, ebenfalls Sozialdemokrat, „ein echter Glücksfall. Dieses Team ist unsere Stärke. Wir haben einen engagierten Mann im Landtag und dazu eine Ministerpräsidentin, die die Sorgen und Nöte Triers ebenfalls kennt und ein offenes Ohr für uns hat“, erklärte er in seinem Grußwort.

In der Aussprache vor der Kandidatenwahl lobten zahlreiche Delegierte Malu Dreyer und ihren politischen Ziehsohn Teuber und sicherten volle Unterstützung im Wahlkampf zu.

Rainer Lehnart, SPD-Fraktionsvize im Trierer Stadtrat, bezeichnete den angestrebten neuerlichen Mandatsträgerwechsel als „gut, transparent und ehrlich. Nur auf diesem Wege ist gewährleistet, dass die SPD Trier mit zwei Leuten in Mainz vertreten ist“.

Malu Dreyer, seit 16 Jahren mit Triers Ex-OB Klaus Jensen verheiratet und im Schammatdorf wohnend, kündigte an, „selbstverständlich weiterhin die Ministerpräsidentin aller Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer“ sein zu wollen. Doch sie werde ihre Wahlheimat Trier „garantiert nie aus dem Blick verlieren“ und wolle gemeinsam mit Sven Teuber engagiert für die Weiterentwicklung der Stadt kämpfen.