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Spektakulär: 71 neue Stellen für die Feuerwehr Trier - Stadt investiert ab 2018 jährlich 3,7 Millionen Euro

Spektakulär: 71 neue Stellen für die Feuerwehr Trier - Stadt investiert ab 2018 jährlich 3,7 Millionen Euro

Die Berufsfeuerwehr Trier ist unterbesetzt und überlastet. Die Stadtverwaltung will bis 2018 insgesamt 71 neue Stellen schaffen. Trier hat keine Wahl – diese Verstärkung ist eine Pflichtaufgabe, die 3,7 Millionen Euro pro Jahr kosten wird.


Es beginnt ohne jede Vorwarnung. Die Sirene startet in tiefer Tonlage und steigert sich zum durchdringenden Heulen, das im ländlichen Raum jedes Kind kennt und sofort richtig deutet. Es brennt. Die Feuerwehr muss raus.
Trier ist eine Großstadt und hat keine dieser alten Sirenen. Aber intern heult der Alarm seit Jahren ununterbrochen, denn hier brennt es längst - personell. Die Berufsfeuerwehr ist unterbesetzt und überlastet, gesetzlich vorgegebene Mindeststärken werden nicht erreicht, die Überstunden explodieren. Im Jahr 2015 waren es mehr als 7500, das sind grob gerechnet vier volle Stellen.

Im Lauf der nächsten beiden Jahre soll die Zahl der Mitarbeiter im Amt für Brand-, Zivilschutz und Rettungsdienst - das ist die amtliche Bezeichnung der Berufsfeuerwehr - von zurzeit 150 auf 221 steigen. Dieser gewaltige Anstieg beruht nicht auf einer internen Personaloffensive der Trierer Stadtverwaltung, sondern auf den Anforderungen des Landesgesetzes über den Brandschutz, die allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz. Dieses Gesetz legt den Bedarf an Einsatzkräften fest.

Sicherheitsdezernent Thomas Egger (SPD) hat ein 115 Seiten starkes Papier erstellen lassen, das den Bedarf der Feuerwehr Trier und die Personalentwicklung der kommenden Jahre umfasst. Dieses Papier will Egger dem Stadtrat am 14. Juli vorlegen. Das Gremium hat keine Option, Eggers Plan abzulehnen, auch wenn es dabei um viel Geld geht. Die 71 geplanten neuen Stellen werden die Stadt Trier ab 2018 voraussichtlich 3,7 Millionen Euro pro Jahr kosten. Eine Summe, die Trier selbst zahlen muss, auch wenn die Einstellung auf Vorgaben des Gesetzgebers beruht und eine Pflichtaufgabe ist.

Die ersten elf neuen Stellen sollen bereits über einen Nachtrag im aktuellen Stellenplan für 2015 und 2016 geschaffen werden, die damit verbundenen Personalkosten liegen bei 390?000 Euro.

Parallel zur finanziellen Belastung muss die Stadt Trier auch das gewaltige Problem lösen, derart viele Fachkräfte in so kurzer Zeit zu finden und für den Feuerwehrdienst in Triers maroder Hauptwache und dem neuen Brand- und Katastrophenschutzzentrum in Ehrang zu begeistern. Das wird alles andere als einfach, denn der Nachbar Luxemburg reformiert gerade sein gesamtes Feuerwehrwesen und will ab 2017 mindestens 800 neue Brandbekämpfer und Rettungskräfte einstellen. Und bekanntlich zahlt das Großherzogtum besser.

Dezernent Egger weiß, wie schwierig die Umsetzung dieses Personalkonzepts wird. "Wir können mit Luxemburg nicht konkurrieren", sagt er. Dennoch wolle die Feuerwehr Trier gute und attraktive Rahmenbedingungen für die neuen Feuerwehrbeamten schaffen.

Die Berufsfeuerwehr ist am 1. Juni in das als zweite Wache angelegte Brand- und Katastrophenschutzzentrum in Ehrang eingezogen. 12,5 Millionen Euro hat dieses Zentrum gekostet, das rund um die Uhr besetzt ist. Der Bau war notwendig, da 25?000 Haushalte im Trierer Stadtgebiet zu weit weg sind von der Hauptwache am Barbara-Ufer - sie können nicht innerhalb der Frist von acht Minuten erreicht werden. Die Feuerwehrverordnung Rheinland-Pfalz legt diese Einsatzzeit fest.