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Spendierhosen und Sparschweine

Kolumne Meine Hilfe zählt : Spendierhosen und Sparschweine

Wenn jemand über jemanden sagt, er habe die Spendierhosen an, dann meint er, jemand sei finanziell großzügig. Wie sieht so eine Spendierhose eigentlich aus? Die Wissenschaft von der Herkunft und Geschichte der Wörter und ihrer Bedeutungen nennt man Etymologie.

Sie geizt in diesem Fall und überlässt die Spendierhose größtenteils der Fantasie.

Okay, dann kreieren wir uns gedanklich eine eigene. Pink, schwarz oder gelb, flatternder Stoff oder skinny, mit oder ohne Punkte, alles eine Frage des Geschmacks. Doch etwas sollte sie unbedingt haben: riesengroße Taschen. Seit 2010 gibt es unsere Spendenaktion „Meine Hilfe zählt“ und TV-Leserinnen und -Leser hatten schon oft die sprichwörtlichen Spendierhosen an. Mit jedem Euro bringen sie Projekte von regionalen gemeinnützigen Vereinen, die vor der Haustür und weltweit für die unterschiedlichsten Hilfsprojekte sammeln, voran. Mehr als 2,6 Millionen Euro (!) sind bisher zusammengekommen. Meist wissen wir nicht viel über die großzügigen Menschen, die anderen zu einem besseren Leben verhelfen. Manche geben auf der „Meine Hilfe zählt“-Internetseite (www.volksfreund.de/meinehilfe) ihren Vornamen und den Anfangsbuchstaben ihres Nachnamens preis, meist nicht einmal das. Sie bleiben anonym, helfen im Verborgenen und doch wirft manch ein Eintrag das Kopfkino an: fünf Euro. Hat ein Kind sein Sparschwein geschlachtet, damit das Mädchen, das vielleicht gleich alt ist, endlich operiert werden und weiterleben kann? Oder hat eine alte Frau sich fünf Euro von ihrer Rente abgespart, um Kindern in einem Waisenheim ein besseres Leben zu ermöglichen? Wir wissen es nicht. Ob Spendierhose oder Sparschwein – jeder Euro zählt und hilft.