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Spielplatz-Initiative spart Morscheid sehr viel Geld

Dorfentwicklung : Spielplatz-Initiative spart Morscheid sehr viel Geld

Oft hat es geregnet – auch zur Eröffnung. Doch nun ist der von Eltern geplante, gebaute und finanzierte Spielplatz fertig.

Sie krempelten nicht nur die Ärmel hoch, um tatkräftig mit anzupacken für den „neuen“ Spielplatz. Morscheider Eltern haben die Neugestaltung des Platzes, den der Ortsgemeinderat aufgeben wollte, überhaupt erst initiiert. Vor allem aber haben sie ihn in Eigenregie realisiert: von der Planung über die komplette Organisation und Ausführung der Arbeiten bis zur Sicherung der Finanzierung. Möglich war das auch dank ebenso engagierter Sponsoren, darunter mehr als ein Dutzend Firmen sowie Jugendclub und Pfarrgemeinderat Morscheid. Die Namen aller Unterstützer und die der mehr als 30 Helfer – plus mit anpackender Kinder - sind auf einer Tafel am Spielplatz zu lesen.

Laut Susanne Thinnes, einer der Haupt-Initiatorinnen, sind für die Arbeiten „schon einige komplette Samstage draufgegangen“. Grob überschlagen seien es von April bis Ende August mindestens zwölf Samstage gewesen. Und obwohl es wiederum ein trockener heißer Sommer war, legten sie oft bei Regen los. Irgendein „Wetter-Extrem“ hätten sie immer gehabt – und im Frühjahr habe es einmal sogar geschneit.

Ortsbürgermeister Josef Weber ist stolz auf die Initiative, die der Gemeinde sehr viel Geld spart. Der „Spielplatz zum Wohlfühlen“ sei eine echte Bereicherung, die herkömmlich geplant und realisiert sicher um die 65 000 Euro gekostet hätte. Stattdessen kostete der Spielplatz Langheckstraße, einer von dreien im knapp 1000 Einwohner zählenden Ort, 20 400 Euro. Nach Abzug von 13 000 Euro, die von Eltern gewonnene Sponsoren spendeten, ist die Gemeinde mit nur 7400 Euro dabei. Nach dem Bau von Tennensportplatz und Kita-Spielplatz sei es damit „mal wieder“ geglückt, „für wenig Geld“ echte Vermögenswerte zu schaffen, betonte Weber bei der offiziellen Eröffnung. Vom auch dazu einsetzenden Regen ließ er sich nicht irritieren. Der Einsatz und die Leistung von Eltern und Sponsoren seien einfach „zu wichtig und zu wertvoll“, um das witterungsbedingt abzukürzen, betonte er. Dank gebühre aber nicht nur für „die viele Arbeit“, sondern ebenso für das von der Initiative auf eigene Rechnung beigeschaffte Material und unentgeltlich gestellte Maschinen: „Für alle Helfer war es eine Selbstverständlichkeit, Gutes ohne Gegenleistung zu tun.“

Als „ganz fantastisch“ bezeichnete Daniel Philippi, zweiter Beigeordneter der Verbandsgemeinde Ruwer, die Initiative. „Das ist eine Arbeit, die man mit Geld nicht bezahlten kann“; sprach er von einem Projekt mit Modellcharakter. Als Morscheider Ratsmitglied freut er sich daher über das Interesse auch in anderen Gemeinden und einen ersten Besuch bei ihnen vor Ort: „Da können sich andere Ortschaften gern eine Scheibe abschneiden.“