Spielregeln für die Wirtschaft

Spielregeln für die Wirtschaft

Viele Fragen bei der Diskussion, viele Engagierte beim Markt der Nachhaltigkeit: Die Frage nach dem richtigen Wirtschaften stand im Mittelpunkt der Nacht der Nachhaltigkeit der Landeszentrale für Politische Bildung (LPB) Rheinland-Pfalz.

Trier. Wo kommen meine Erdbeeren im April her? Was passiert mit meinem alten Fernseher? Und wie viel Wasser benötigen meine Kaffeebohnen? Die einen sagen, es liege in der Hand der Verbraucher, die richtigen Produkte zu kaufen, die anderen sagen, die Produzenten sollten nur nachhaltige Produkte anbieten. Doch bei wem liegt die Verantwortung für Umwelt- und Klimaprobleme?
Bei der Diskussion mit Wissenschaftlern aus der Region auf der zweiten Trierer Nacht der Nachhaltigkeit ging es um die Suche nach Antworten. Das Grundproblem aus Sicht der Veranstalter: Der Gedanke eines notwendigen Wirtschaftswachstums hat sich überholt. Doch wie kann eine Postwachstumsgesellschaft aussehen?
Dirk Löhr vom Umwelt-Campus Birkenfeld sieht die Lösung in der Wirtschaftsregulierung und der Vergemeinschaftung verschiedener Güter, zum Beispiel von Bodenerträgen. "Märkte brauchen Spielregeln und momentan ist es ein sehr riskantes Spiel."
Auch Klaus Hellig vom Birkenfelder Campus sieht es als Aufgabe der Wirtschaftspolitik, Regeln zu schaffen. Wirtschaft müsse im Interesse der Menschen handeln.
Bei der Diskussion wurden Zweifel laut, ob die Mehrheit der Bevölkerung einem stärkeren Eingreifen des Staates in den Wirtschaftsbereich positiv gegenüberstünde. Ziel der Nacht sei deshalb, so Elisabeth Bittner, Referentin der LPB, Denk- und Praxisanstöße zu geben. "Nachhaltiges Leben erfordere viele Veränderungen in den alltäglichen Handlungsweisen." Charlotte Kleinwächter, Mitorganisatorin der Trierer Lokalen Agenda 21, betonte die Relevanz des Themas für künftige Generationen und freute sich über viele Besucher und Akteure auf der Veranstaltung.
Wie sich der Gedanke der Nachhaltigkeit auch im Kleinen praktisch umsetzen lässt, zeigten Engagierte auf einem Markt in der Volkshochschule mit praktischen Tipps und aktuellen Projekten zum Thema: Ob Hochbeet vor der Universität, Zukunftsdiplom für Erwachsene, Energieberatung oder Restaurierungstechniken für alte Möbel.