Sponsor in der Boxengasse

Peter Leyendecker unterstützt das Projekt "proTRon" der Fachhochschule Trier seit zwei Jahren. Im südfranzösischen Nogaro hat er in diesem Jahr den Erfolg des Projektes selbst miterlebt.

Trier. (ms) "Das war so spannend wie bei der Formel 1", beschreibt Peter Leyendecker den Shell-Eco-Marathon, an dem die Gruppe des Fachhochschul-Projekts "proTRon" zum zweiten Mal teilgenommen hat. "Es war sehr hektisch, überall wurde bis auf die letzte Minute geschraubt." Leyendecker ist Sponsor des "proTRon"-Teams und hatte die Transportkosten übernommen. Zusätzlich war er zur Unterstützung nach Nogaro gereist. Eine ganz neue Erfahrung für den 69-jährigen Mehrheitsgesellschafter des Familienunternehmens Leyendecker.

Mehr als 200 Fahrzeuge waren in Nogaro angetreten, um die Strecke mit möglichst wenig Kraftstoff und Schadstoff-Ausstoß zu meistern. Um den Sieger zu ermitteln, wurden die Ergebnisse umgerechnet auf die Entfernung pro Liter Kraftstoff. Nachdem 2007 das Projekt "proTRon" 1800 Kilometer erreichte, war das Ziel dieses Jahr die 3000- Kilometer-Marke zu knacken (der TV berichtete). Doch nicht alles verlief reibungslos. Die Wetterbedingungen waren schlecht, und aufgrund technischer Probleme waren keine Probeläufe möglich.

Aufmerksam geworden war Leyendecker auf das Projekt beim "Tag der offenen Tür" der Fachhochschule (FH). "Ich war fasziniert, dass die Studenten mit nur 40 000 Euro das Fahrzeug bauen wollten." Für ihn war sofort klar, dass er das Projekt unterstützen wollte: "Energiesparen ist Umweltschutz", begründet er sein Engagement. Bei steigenden Energiepreisen müssten Wege gefunden werden, Energie einzusparen. Doch auch für andere Projekte setzt er sich ein. "Es ist gar nicht bekannt, was die FH für Unternehmen hier in der Region tun kann", sagt der erst kürzlich in den Vorstand des Förderkreises der Fachhochschule gewählte Trierer. Mit Projekten wie dem "proTRon" oder einem Operationsverfahren für Hirnschrittmacher (der TV berichtete) seien bereits erfolgreiche FH-Projekte zustande gekommen.

Beachtenswert sei das Engagement der Studenten bei Projekten wie dem "proTRon": "Sie haben unzählige Nächte in das Projekt gesteckt. Ich war begeistert vom Willen, mit dem sie die Sache angegangen sind."

Leyendecker ist überzeugt, dass viele Unternehmen von der FH profitieren können. Unternehmen bekämen Lösungen, die Studenten Praxis-Erfahrung. Die sammelten auch die Studenten in Nogaro. Zwar wurde das Ziel von 3000 Kilometern nicht erreicht, die Trierer konnten aber mit dem Ergebnis von 2592 Kilometern, Platz drei in ihrer Brennstoffklasse und Platz fünf in der Gesamtwertung zufrieden sein. Bei einer Verbesserung von fast 800 Kilometern hatte sich die Arbeit bezahlt gemacht. Leyendecker sieht positiv in die Zukunft. "Aller guten Dinge sind drei." Dann schaffe man die 3000 eben im nächsten Jahr.

Extra Das Projekt Proton startete 2006. Seitdem hat das Team 2007 an der "Woche der Umwelt" in Berlin sowie an den vergangenen beiden Shell-Eco-Marathons teilgenommen. Der "proTRon" fährt auf drei Rädern und ist windschnittig gebaut. Angetrieben wird das Fahrzeug durch einen Elektromotor mit einer Brennstoffzelle auf Wasserstoffbasis. Der Korpus besteht aus Kohlefaser. Wichtig für den Energieverbrauch ist das Gewicht des Fahrzeugs. Bei der Überarbeitung des "proTRons" wurde es von 63 auf 40 Kilogramm reduziert. Das Team sucht Sponsoren. Informieren können sich Interessierte mit einer E-Mail an info@ eco-team@fh-trier.de oder unter der Telefonnummer 0651/8103-210. (ms)