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Spontaneität Garant für das Gelingen

Spontaneität Garant für das Gelingen

TRIER-WEST. (cofi) Eine Karnevalsgesellschaft, wie es sie in den anderen Stadtteilen gibt, braucht Trier-West nicht, um in der fünften Jahreszeit für Frohsinn und Heiterkeit zu sorgen. Denn seit zwölf Jahren helfen dort die Bürger selbst dem närrischen Treiben auch ohne Verein auf die Sprünge.

DerNarrenexpress, der stets unter einem neuen Motto im PfarrsaalChristkönig Station macht, ist bei Akteuren und Zuschauern längstzu einer festen Institution geworden. "Auf der Erde ist schonalles abgegrast, drum machen wir bei Petrus Spaß": So wird indiesem Jahr der Wahlspruch für die Kappensitzung desNarrenexpress am 21. Februar lauten. Angefangen hatte alles als kleiner Elternfastnachtsabend im Dechant-Engel-Haus, dessen Team die Akteure bis heute unterstützt. "Teil unserer Arbeit ist es auch, ein Forum zu bieten, das durch gemeinsame Aktivitäten den Zusammenhalt der Bewohner untereinander und ihre Eigenständigkeit fördert", erklärt Einrichtungsleiter Rüdiger Ensch.

Dass sich der Bürgerschaftskarneval großer Beliebtheit erfreut, zeigt sich regelmäßig am zahlreichen Publikum, das sich bereits im Vorverkauf um die bis zu 350 Karten reißt.

Auch die Bühnentruppe, zu der mittlerweile 25 Akteure zählen, kann sich über mangelndes Interesse nicht beklagen. Nachwuchssorgen gibt es keine. Erst im vergangenen Jahr verstärkte Sabrina Schulz das Team. Während sie sich damals mit ihrer Imitation von Schlagerstar Michelle eher der Romantik verschrieben hatte, setzt sie in der laufenden Session auf die fetzigen Fetenhits von Möhre.

Lampenfieber kennt Sabrina nicht. "Für mich gibt es kein schöneres Gefühl, als vor vielen Leuten auf der Bühne zu stehen", sagt sie. Damit hat sie den zwei Karneval-Profis Gabi Hoppstetter und Maria Spang etwas voraus. Seit vier Jahren stehen die beiden Freundinnen als Humoristenduo Claire und Trin auf der Bühne. Trotz der Freude vor dem Auftritt haben sie immer noch feuchte Hände und einen Kloß im Hals. Sobald sie jedoch vor dem Publikum stehen, ist ihre Aufregung verflogen. Auch die Pannen bei der Generalprobe gehören zum Geschäft. "So war es jedes Jahr", erzählen die beiden. Ein gutes Omen, denn "bei der Aufführung ging dann alles glatt". Das ist bemerkenswert, weil die Akteure nur wenige Wochen zur Vorbereitung haben, in denen das Programm in Eigenarbeit zusammengestellt, Reden geschrieben und die Bühnendekoration gebaut werden müssen.

"Die Spontaneität sowie der Zeitdruck, unter dem gearbeitet wird, sind Garanten für das Gelingen der Sitzung", sagt Rüdiger Ensch. Mit seinen Mitarbeitern zieht er die Fäden im Hintergrund. Das Team stellt die Anträge bei der Gema und dem Ordnungsamt, kümmert sich um das Catering und die Logistik, mietet den Pfarrsaal an, damit sich die Akteure stressfrei auf die Show vorbereiten können. Ziel ist es, sich irgendwann aus dem Projekt Narrenexpress auszuklinken und es ganz in die Hände der Bürger zu legen.