Sportkonzept verzögert sich

Anfang des Jahres sollten die ersten Ergebnisse der Umfrage vorliegen, die die Stadtverwaltung im vorigen Spätsommer unter allen Trierer Sportvereinen veranstaltet hat. Doch die Auswertung der Fragebögen verschiebt sich voraussichtlich auf die Jahresmitte.

Trier. Allen 130 Trierer Sportvereinen hatte die Stadtverwaltung im vergangenen August Fragebögen zugeschickt: Wie viele Mitglieder, welche Sportarten angeboten werden, wie es um die Finanzen steht und welche sportlichen Ziele es gibt, wollte das städtische Sportamt wissen. Bis Anfang Oktober konnten die Vereine den 15-seitigen Umfragebogen an die Stadtverwaltung zurückschicken.Die Umfrage bildet die Grundlage für den geplanten sogenannten Sportstättenentwicklungsplan. Dieses Gesamtkonzept soll unter anderem dabei helfen, einen verbesserten Belegungsplan für die Trierer Sporthallen und -plätze aufzustellen. Der Plan soll außerdem zeigen, bei welchen der 36 städtischen Sporthallen welcher Sanierungsbedarf herrscht und wie der Zustand der etlichen Fußball-, Tennis- und Bolzplätze in Trier ist.Den Sportstättenentwicklungsplan stellt das Sportamt zusammen mit der Europäischen Sportakademie - einer privaten Einrichtung mit Sitz in Trier-Nord - auf. Die Auswertung der Umfrage war dabei Aufgabe des Sportamts. Doch die für Anfang 2013 angekündigten Ergebnisse liegen noch nicht vor. "Der zuständige Mitarbeiter im Amt für Schulen und Sport ist langfristig seit Oktober erkrankt", teilt Rathaus-Pressesprecher Hans-Günther Lanfer auf TV-Nachfrage mit. Einen neuen Mitarbeiter als Ersatz einzustellen, sei aus finanziellen Gründen nicht möglich. Die krankheitsbedingte Verzögerung bringt den gesamten Zeitplan ins Rutschen: Die Europäische Sportakademie sei beauftragt worden, in Absprache mit den betroffenen Gremien, einen neuen Termin für die Auswertungsgespräche vorzulegen, erklärt Lanfer. Mit detaillierten Ergebnissen der Umfrage sei daher "nach jetzigem Kenntnisstand gegen Ende des zweiten Quartals beziehungsweise Anfang des dritten Jahresquartals zu rechnen", bedauert der Rathaussprecher.Meinung

Nicht noch eine Hängepartie!Eine hohe Priorität scheint Sportdezernentin Angelika Birk dem Konzept, wie die Trierer Sportstätten in den nächsten Jahren genutzt, saniert und ausgebaut werden sollen, offenbar nicht einzuräumen. Sonst hätte die Aufgabe des erkrankten Mitarbeiters, die Vereinsumfrage auszuwerten, ein anderer der 1200 Beschäftigten der Stadtverwaltung übernommen - so wie das in anderen Betrieben auch gemacht wird, wenn ein Kollege fehlt, aber etwas Wichtiges erledigt werden muss. Ähnlich wie beim Schulentwicklungskonzept geht es auch bei der Sportstättenplanung um Investitionsentscheidungen. Zum Beispiel, welche der vielen sanierungsbedürftigen Hallen instand gesetzt wird, welcher Hartplatz in einen Kunstrasenplatz verwandelt werden soll und welcher nicht. Solche Entscheidungen wecken Begehrlichkeiten und Ängste um Besitzstände bei Vereinen und in den Stadtteilen. Gute, fundierte und zeitnahe Entscheidungen würden das Pulverfass entschärfen. Eine weitere Hängepartie mit halbgarer Lösung wie bei der Schulplanung können die Trierer Sportler nicht gebrauchen. c.wolff@volksfreund.de