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Sportler sollen nicht mehr im Regen stehen

Sportler sollen nicht mehr im Regen stehen

Die Mannschaften des TuS Issel haben zwar auf der Anlage im Schulzentrum eine neue sportliche Heimat gefunden, aber abseits des Spielfelds sieht es mager aus. Es gibt keine Duschen und Umkleideräume. Da ein Sanitärgebäude keine Aussicht auf Förderung hat, wird nun eine abgespeckte Lösung erwogen.

Schweich. Der Turn- und Sportverein (TuS) Issel hat sich im Frauenfußball einen Namen gemacht. Die Frauen spielen in hohen Klassen (Regionalliga und Rheinlandliga), die B-Juniorinnen sogar ganz oben - in der Bundesliga. Diesen Erfolg führt TuS-Vorsitzender Jürgen Schmitt auch auf die Verlegung des Spielbetriebs von Issel auf den Kunstrasenplatz im Schweicher Schulzentrum zurück. Die Entwicklung zum Leistungszentrum für Mädchen- und Frauenfußball, davon ist Schmitt überzeugt, wäre auf dem alten Sportplatz in Issel nicht möglich gewesen. Der Umzug erfolgte 2009, gleichzeitig wurde das Spielgelände in Issel aufgegeben. Es sollte als Bauland verkauft werden, was zu erheblichen Protesten in der Isseler Bevölkerung geführt hat (der TV berichtete).
Trotz des sportlichen Höhenfluges hat der Verein Probleme. Die professionellen Bedingungen hören quasi an der Außenlinie auf. Die rund ein Dutzend Mannschaften des Isseler Vereins können sich in Sportplatznähe weder umziehen noch duschen noch eine Teambesprechung abhalten. Dafür müssen sie den Fußweg in die Stefan-Andres-Sporthalle antreten, die allerdings während der Ferien oder bei parallel stattfindenden Großveranstaltungen nicht zur Verfügung steht. Am Sportplatz gibt es keine Räume, nicht mal eine Unterstellmöglichkeit für die Zuschauer. Einen provisorischen Ausschank während der Spiele organisiert der TuS Issel an einem Container, in dem auch Sportgeräte gelagert werden. "Ich wäre froh, wenn wir wieder eine Heimat hätten", sagt Vorsitzender Schmitt.
Als die neue Schweicher Sportanlage "Typ C" mit Laufbahn im Jahr 2007 eingeweiht wurde, sollte das nur ein Anfang sein. Als Ergänzung hatte die Stadt Schweich ein Jugendtrainingsfeld und ein Sanitär- und Umkleidegebäude geplant. Voraussichtliche Kosten: mehr als eine Million Euro. Der Antrag auf Bezuschussung für Kleinspielfeld und Sanitärgebäude war im Frühjahr 2009 gestellt worden. Die Stadt Schweich hat Mittel im Investitionsplan eingestellt. Doch es sieht nicht danach aus, dass es kurz- oder mittelfristig Zuschüsse vom Land, dem Kreis oder der Verbandsgemeinde (VG) Schweich geben wird. Das Sanitärgebäude verharrt seit Jahren auf Platz drei der VG-Prioritätenliste, auch etliche Projekte aus den anderen sechs Verbandsgemeinden im Kreis sind besser platziert. Angesichts der klammen Haushaltslage des Landes und der Kommunen weiß auch TuS-Chef Jürgen Schmitt, was das heißt: Eine Förderung wird es auf Jahre hinaus nicht geben. Das Jugendtrainingsfeld fällt ganz weg; es war nicht als zuschusswürdig aufgenommen worden.
Unter diesen Prämissen hat sich der TuS Issel von der "großen Lösung" verabschiedet. Dem Stadtrat Schweich schilderte Vorsitzender Schmitt in der jüngsten Sitzung die "kleine Lösung": ein abgespecktes, kostengünstiges Gebäude in Modulform an der Dietrich-Bonhoeffer-Straße. Es soll allen Sportvereinen der Stadt Schweich offen stehen, darunter den Leichtathleten der Mosella Schweich, dem Lauftreff Schweich und dem Handballsportclub (HSC). Die Investitionssumme soll den Betrag von 350 000 Euro nicht überschreiten. Issels Ortsvorsteher Johannes Lehnert begrüßt die neue Entwicklung, möchte aber die Zukunft des alten Isseler Sportplatzes unabhängig davon angehen. Im nächsten Jahr soll darüber diskutiert werden, was mit dem Gelände in Issel passieren soll. Es ist in städtischer Hand. Er könne sich dort gut die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum vorstellen, sagt Lehnert. Auf Beschluss des Stadtrats soll sich eine Arbeitsgruppe aus Ratsmitgliedern - bei Bedarf unter Hinzuziehung von Vereinsvertretern - mit dem Projekt befassen.Meinung

Lieber den Spatz in der Hand …
Es wird höchste Zeit, dass der unhaltbare Zustand für Spieler (-innen) und Zuschauer beseitigt wird. Dass es keine sportplatznahen Dusch- und Umkleidemöglichkeiten gibt, das sind ja nicht mal Dorfmannschaften gewöhnt, geschweige denn Gegnerinnen der Isseler Frauenteams aus Städten wie Köln, Mainz oder Mönchengladbach. Auf die große Lösung hätten die Fußballer, aber auch Handballer und Leichtathleten, noch mindestens zehn Jahre warten müssen, die kleine Lösung könnte in zwei Jahren Realität sein. Die Modulbauweise erlaubt es zudem, auf künftige Entwicklungen flexibel zu reagieren. a.follmann@volksfreund.de