Sportliche Frohnatur

TRIER-PFALZEL. Was haben der Nikolaus und der Pfalzeler Gerhard Huwer gemeinsam? Beide bringen lauter gute Sachen ins Haus!

"Klingelingeling, klingelingeling, hier kommt der Eiermann", heißt es allerdings nicht, wenn Gerhard Huwer an der Haustür erscheint - obwohl sich der Pfalzeler als ein "überzeugter Karnevalist vom Scheitel bis zur Sohle" bezeichnet. Diese Charakteristik lässt Huwer nur für die Freizeit gelten, in der er sich auch noch auf anderen Feldern für das Gemeinwesen engagiert, etwa als Vorsitzender des Squash-Clubs (SC) Konz. In Stadt und Land ist Gerhard Huwer derart bekannt, dass der Spruch vom "blumeligen Hund" zu ihm passt wie auf fast keinen anderen. Als freier Handelsvertreter kommt der 49-Jährige sehr viel herum, und doch verrät dies nicht, in welchen Dingen der dreifache Familienvater (die Kinder kamen in den Fußballweltmeisterschafts-Jahren 1978, 1986 und 1994 zur Welt) unterwegs ist. Besser als mit seinem Namen kennen ihn die Kunden kurz als "Eismann" mit dem Tiefkühl-Lieferservice bis an die Haustür. "Ich nehme mir noch ein Eis aus dem Wagen", ruft Sohn Andreas (12), wohlwissend, dass er vom Vater keine Absage zu erwarten hat. "Das ist der Standardspruch meines Sohnes", sagt Gerry Huwer schmunzelnd. Sohnemann Andreas (und die anderen Familienangehörigen) können bei ihm eismäßig aus dem Vollen schöpfen. Feinste Eis-Cremes lagern hinter den Kühltüren seines Kleinlasters. Man glaubt es kaum: Auf 400 verschiedene Artikel (vornehmlich in der Weihnachtszeit) wächst die Liefer-Palette beim Eismann. 1500 Kollegen sind wie er deutschlandweit unterwegs. "Eisfrauen" bildeten noch die absolute Ausnahme, weiß der Pfalzeler, dessen Einzugsgebiet praktisch vor der eigenen Haustür beginnt und bis in die Eifel und an die Sauer reicht. Auf bis zu 60 Kundenbesuche bringt es der stets froh gelaunte Pfalzeler am Tag. Samstag zählt als normaler Arbeitstag. Seine Tätigkeit mache ihm "großen Spaß", verrät der gelernte Konditor, seit 1983 auf Tour in Sachen Tiefkühlkost: "Ich könnte ein Buch schreiben, so viel habe ich erlebt." Aufgewachsen in Schloss Monaise in Trier ("Mein Vater war dort zuständig für die Rindviehcher!"), verschlug es ihn nach Pfalzel, nachdem er Ehefrau Petra kennen- und liebengelernt hatte. Die ganze Familie mischt im Pfalzeler Karneval kräftig mit. Tochter Katrin (20) war 2001 Prinzessin, der Vater wirkt seit zwölf Jahren als gestandenes Mannsbild im Männerballett: "Wir haben nun mal eine karnevalistische Ader", sagt Huwer. Sein zweites Standbein in Sachen Freizeitbeschäftigung ist der SC Konz, seit sechs Jahren als dessen Vorsitzender. Weniger das Funktionärsdasein ("Muss aber auch sein") reizt ihn, sondern vielmehr die sportliche Komponente. "Durch regelmäßiges Training halte ich mich fit." Oder aber mit Radfahren, wenn ihn die Kinder dazu herausfordern. Will er Tochter Katrin nachkommen, muss er ganz schön in die Pedale treten, denn das Töchterlein zieht bergige Wege dem Flachland vor: Bei Happy Mosel können dann schon mal 105 Kilometer am Stück zusammenkommen.

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