Sportstättenbau: Das Geld reicht nicht für alle Platzwünsche

Sportstättenbau: Das Geld reicht nicht für alle Platzwünsche

Die Geisfelder, Bescheider und Zerfer können sich freuen. Der Kreisausschuss hat den Weg zum Bau von zwei Sportplätzen und einem Umkleidegebäude freigemacht. Nun fehlt nur noch die Zusage des Landes. In vielen anderen Orten müssen die sporttreibenden Vereine weiter warten.

Geisfeld/Langsur. Gute Argumente haben sie wohl alle für sich. Seien es die Langsurer, die über ein marodes Umkleidegebäude am Sportplatz klagen, seien es die Geisfelder, deren Fußballplatz eher einem Acker gleicht oder seien es die Leiwener, die für eine Umwandlung des Hart- in einen Kunstrasenplatz kämpfen (siehe Extra). Doch für all diese Projekte ist nicht genug Geld bei den Zuschussgebern Land und Landkreis da. Und so gibt es nach der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses nur zwei Orte im Kreis, die sich Hoffnung auf Geld aus Mainz machen können. Eine dritte Gemeinde könnte bauen lassen, da sie auf Landesgeld verzichten will.Geisfelder verzichten auf Land


Sozusagen außerhalb der Wertung läuft der Hybridrasenplatz, der in Geisfeld (VG Hermeskeil) entstehen soll. Lange Zeit hatte man dort auf einen Kunstrasen gehofft. Doch daraus wurde am Ende nichts, so dass sich die Ortsgemeinde in Zusammenarbeit mit dem Sportverein eine Alternative überlegt hat. Die besteht in einer Umwandlung des inzwischen arg ramponierten Hartplatzes in einen Hybridrasen, der aus Rasen und Kunstrasen besteht. Kosten soll der neue Platz rund 232 000 Euro. Rund 23 000 Euro (zehn Prozent) will der Landkreis auch deshalb übernehmen, weil es sich um ein Pilotprojekt handelt. Die Jagdgenossenschaft will sich mit 40 000 Euro beteiligen. Die restliche Summe will die Ortsgemeinde übernehmen. Dazu muss sie einen Kredit aufnehmen.
Auf Geld vom Land werden die Hochwälder verzichten. Dadurch stellen sie sicher, dass nach der Kreditgewährung losgelegt werden kann. Andere Gemeinden und Sportvereine sind darauf angewiesen, dass das Land sich ebenfalls engagiert.
Aufgrund des Sparzwangs beim Land haben nach Ansicht der Kreisverwaltung wohl nur zwei der vier ersten auf der Liste des Kreises stehenden Bauprojekte Umsetzungschancen. Diese vier standen schon im vergangenen Jahr ganz oben auf dem Wunschzettel - Geld vom Land gab es jedoch für keines dieser Vorhaben.
Weiterhin auf Platz 1 steht der Neubau eines Umkleidegebäudes in Bescheid (VG Hermeskeil). Dort ist das bestehende Haus in einem so schlechten Zustand, dass die Sportler lieber zwei Kilometer fahren, um im Gemeindehaus zu duschen. Rund 212 000 Euro wird das neue Gebäude kosten. Die Summe sollen Ortsgemeinde (40 000 Euro), SV Bescheid (Eigenleistung rund 66 000 Euro), Land (rund 85 000 Euro) und Landkreis (rund 21 000 Euro) übernehmen.
Bereits seit 2008 wollen die Zerfer, dass der Hartplatz in der Gemeinde zu einem Kunstrasenplatz wird. 660 000 Euro soll das kosten. Der Anteil der Ortsgemeinde liegt bei 310 000 Euro, Eigenleistung im Wert von 20 000 Euro soll vom Verein erbracht werden. Das Land wäre mit 264 000 Euro mit von der Partie, der Kreis mit 66 000 Euro. Nach Ansicht der Kreisverwaltung wenig Chancen auf Förderung in diesem Jahr hat der ebenfalls seit Jahren gewünschte Bau eines Umkleidegebäudes in Langsur. 250 000 Euro müssten dort wohl investiert werden (Ortsgemeinde 80 000 Euro, Eigenleistung SV Langsur 45 000 Euro, Land 100 000 Euro, Kreis 25 000 Euro). Für die Umwandlung des Hermeskeiler Tennenplatzes in einen Kunstrasenplatz liegen noch keine konkreten Planungen und Zahlen vor.Meinung

An die eigene Nase packen
Natürlich könnte es überall Kunstrasenplätze geben. Doch zwischen diesem Wunschdenken und der finanziellen Realität auf Landes-, Gemeinde- und Kreisebene liegen Welten. Es ist einfach kein Geld da, um alle Wünsche zu erfüllen. Dabei darf ein Aspekt nicht vergessen werden: Das Schwimmbad Schweich wurde gerade erst mit Landesförderung saniert, das Bad in Konz wird unter anderem mit Geld vom Land neu gebaut. Das ist auch eine Form von Sportförderung, auf die sich die Politik im Landkreis geeinigt hat. Ehe also das Geschimpfe auf die böse Landesregierung allzu laut wird, sollten sich diejenigen, die sich für die Schwimmbäder starkgemacht haben, an die eigene Nase packen. Für das Schwimmbad-Geld hätte man mehr als nur einen Kunstrasenplatz mitfinanzieren können. h.jansen@volksfreund.deExtra

Die Verbandsgemeinden haben sich intern auf Projekte geeinigt, die von Land und Landkreis unterstützt werden sollen: Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil: Kunstrasenplatz Grimburg, Kunstrasenplatz Geisfeld, Sanierung Sportplatzumkleidegebäude Reinsfeld. Kosten für die Projekte sind nicht bekannt. Das Projekt Kunstrasen Geisfeld wird in dieser Form nicht mehr verfolgt. VG Konz: Umbau Tennenplatz in Kunstrasen Wiltingen 500 000 Euro, Sanierung Tennenplatz Wawern 130 000 Euro, Umbau Tennenplatz in Kunstrasen Pellingen 500 000 Euro, Umbau Tennenplatz in Kunstrasen Wasserliesch 500 000 Euro. VG Ruwer: Energetische Sanierung Altenberghalle Gutweiler, Generalsanierung der Ruwertalhalle Mertesdorf, Generalsanierung Turnhalle Pluwig. Kosten für die Projekte sind nicht bekannt. VG Trier-Land: Neubau Sportplatzumkleidegebäude am Sportplatz Langsur 250 000 Euro, Neubau Kunstrasenplatz in Zemmer-Schleidweiler für das Jahr 2018 geplant. Kosten sind nicht bekannt. VG Saarburg: Umwandlung Tennenplatz Serrig in einen Naturrasen 300 000 Euro, Sanierung Freibad Saarburg mit Umgestaltung Planschbecken und Auskleidung in Edelstahl 239 000 Euro, Umbau Tennenplatz Merzkirchen in Kunstrasen 500 000 Euro. VG Schweich: Umwandlung Tennenplatz Leiwen in Kunstrasen 350 000 Euro, Umwandlung Sportplatz Riol in Kunstrasen 323 000 Euro, Errichtung eines Sanitär- und Umkleidegebäudes im Stefan-Andres-Schulzentrum Schweich 643 000 Euro, Erweiterung, Umbau und energetische Sanierung des Sportplatzumkleidegebäudes Föhren 240 000 Euro, Bau eines Kleinspielfelds im Bereich der Sportanlage in Schweich 462 000 Euro. VG Kell: Umwandlung des Tennenplatzes Zerf in einen Kunstrasen 660 000 Euro, Sanierung Sportplatzgebäude in Kell mit noch nicht bekannten Kosten. harExtra

Der Kreisausschuss hat zudem zwei Reparaturarbeiten zugestimmt, bei denen keine Landesförderung vorgesehen ist. Das Sportplatzumkleidegebäude in Igel (VG Trier-Land) soll für rund 58 000 Euro saniert werden. Der Sportverein Igel-Liersberg hofft auf 20 Prozent Kreiszuschuss und auf rund 20 000 Euro vom Landessportbund. Sanierungsbedürftig ist auch das Dach des Sportplatzumkleidegebäudes in Pellingen. Das soll rund 34 000 Euro kosten. Der Landessportbund soll dazu rund 12 000 Euro beisteuern, der Landkreis rund 7000 Euro. har

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