Spurensuche im alten Ehrang

Mit einer fachkundig geleiteten Führung ist eine Gruppe von Ehrangern auf Zeitreise durch den historischen Stadtteil gegangen, der einst an der Kreuzung von zwei römischen Straßen gegründet wurde. Stationen waren unter anderem die mittelalterliche Stadtmauer sowie das restaurierte Barockgebäude Haus Briel.

Trier-Ehrang. Wie sehenswert der Ortskern von Ehrang ist, machte Rainer Thelen, ehemaliger Chef der Trierer Denkmalpflege, in seiner Führung deutlich. Neben Pfalzel sei Ehrang einer der besonders sehenswerten Stadtteile in Trier. "Und zwar wegen der Geschlossenheit der Stadtmauer und Straßenzüge und weitgehender Erhaltung der Bebauung insbesondere aus dem 19. Jahrhundert", erläuterte Thelen und dankte Ortsvorsteher Günther Merzkirch für sein Engagement. In der Tat setzt sich Merzkirch immer wieder für historische Belange in Ehrang ein und hatte zusammen mit der Quartiersmanagerin Vera Erasmy den Anstoß zu der historischen Stadtführung gegeben. Ehrang hat römische Wurzeln im Ortskern, wo unter anderem an der Kirche St. Peter römische Funde entdeckt wurden, so Thelen. Er führte die Geschichtsinteressierten durch die Kyllstraße zur Stadtmauer mit kurzem Halt bei der restaurierten alten Schule. Sie wurde Anfang des 14. Jahrhunderts unter Kurfürst Balduin gebaut, um Zölle und Stapelkosten einzutreiben, erläuterte Thelen. Kurfürst Johann von der Leyen ließ das Bauwerk erweitern. Die rund 1000 Meter lange und bis zu fünf Meter hohe Mauer aus roten Sandbruchsteinen ist nach umfänglicher Sanierung vor einigen Jahren fast vollständig erhalten. Interessante Stationen auf dem Rundgang waren die Innenbesichtigung des Hauses in der Niederstraße 142 mit Kölner Decken und Stempelmalerei sowie das vorbildlich restaurierte Haus Briel aus dem 16. Jahrhundert. Eine Fortsetzung der historischen Rundgänge durch Ehrang ist geplant. Treffpunkt: 9. November, 14 Uhr 30, Peter-Roth-Platz. Die Teilnahme ist kostenlos. Video unter volksfreund.de/videos

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