Spurensuche zwischen Kunst und Natur

Spurensuche zwischen Kunst und Natur

Andere haben sich mit 66 zur Ruhe gesetzt, Marita Massoth könnte das nicht, selbst wenn sie es wollte. "Solange die Ideen sprudeln, muss ich arbeiten", sagt die Künstlerin. Hunderte ihrer Werke gibt es in Haus, Garten und Atelier in Schöndorf zu entdecken.

Schöndorf/Trier. Zweifellos wäre Marita Massoth auch eine gute Handwerkerin geworden. Sie brennt Ton und formt Stein, Eisen, Glas und Holz zu Plastiken, Reliefs und Wandbildern. Dass die zierliche 66-Jährige aus Schöndorf vor nunmehr fast 40 Jahren den Weg zur Kunst und nicht zu einem klassischen Handwerksberuf gefunden hat, liegt wohl an ihrer überbordenden Phantasie. "Erlebnisse, Begegnungen und Gesichter haben mich immer inspiriert. Das muss ich verarbeiten." So entstanden unzählige Werke, mit denen die in Schöndorf (Hochwald) geborene Künstlerin auch stets Botschaften verbindet. Ihre Arbeiten entstehen spontan, sie sind geprägt von Gefühlen, Eindrücken und Stimmungen. Die Objekte fordern zwangsläufig zum Dialog heraus - nicht nur zwischen Betrachter und Kunstschaffender. Da gibt es beispielsweise die Figuren mit Pendant. Man kann sie einander zu- oder abgeneigt postieren - je nach Befindlichkeit. Es seien die banalen Dinge, die uns weiterführten, sagt die Künstlerin. Alltagsgegenstände wie Löffel und Gabel finden Eingang in ihre Werke. Ebenso Strandgut oder vermeintlich belanglose Fundstücke, wie die abgebrochene Scherbe eines gusseisernen Kanalrohrs. Eigentlich wertlos, steigt sie zum kreativen künstlerischen Gestaltungselement auf.
Marita Massoth ist eine Tüftlerin im besten Wortsinne. Sie habe viel von ihrem Großvater mitbekommen, sagt sie. Der habe sie als Kind überall mitgenommen und ihr die Botschaften hinter den Dingen erklärt. Ein markantes, durchgehendes Element in ihren Arbeiten sind eingearbeitete Schriftrollen und beschriftete Wandbilder. Es sind Spuren und Zeichen, mit denen sie symbolische Botschaften vermittelt. Neben zahlreichen Ausstellungen in der Region Trier war Massoth auch im europäischen Ausland und darüber hinaus tätig. In Fortaleza (Brasilien) leitete sie für das Goethe-Institut einen Workshop mit Kunststudenten. Im Berliner Reichstag stellte sie zusammen mit europäischen Künstlern aus.
Dass die Natur sie nicht nur künstlerisch inspiriert, sondern auch Teil ihrer Kunst ist, das wird dem Betrachter insbesondere in den beiden Wintergärten und im Garten eindrucksvoll vorgeführt. Dort trifft man unter anderem Fabel- und Phantasiewesen in Form von Stelen, Skulpturen und Köpfen zwischen Sträuchern und Bäumen. Es dominieren Rottöne und ein für die Massoth-Werke typisches Patina-Türkis. Die Künstlerin hat einen Erlebnisraum geschaffen, einen Platz zum Staunen, Verweilen und Entspannen. Unter einer meterhohen Pyramide kann der Besucher Kraft tanken, auch kann er durch ein "Tor der Wünsche" schreiten. alf

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