St. Michael bekommt eins aufs Dach
Die Kindertagesstätte St. Michael in Mariahof muss generalsaniert werden. Inklusive der Aufstockung um ein Stockwerk kostet das rund 2,2 Millionen Euro. Die Stadt Trier übernimmt davon 1,62 Millionen. Die Kinder müssen während des Umbaus in Container umziehen.
Trier. Ein undichtes Dach, massiver Schimmel auf kalten Betonwänden und ein Holz zersetzender Pilz im nassen Keller: Die Kindertagesstätte (Kita) St. Michael in Mariahof ist ein Sanierungsfall. Ihre Schützlinge müssen wegen gesundheitlicher Gefahren durch Schimmelsporen in Container umziehen (der TV berichtete mehrfach). "Das hätte sich aber auch ohne Schimmel nicht vermeiden lassen, denn die Kita muss sowieso erweitert und dafür umgebaut werden", erklärt Sozialdezernent Georg Bernarding. Die Aufstockung um ein Stockwerk von rund 450 Quadratmetern mit Räumen für die bislang provisorisch untergebrachte fünfte Kindergartengruppe und zwei neue Krippengruppen für Kinder unter drei Jahren wäre bei laufendem Betrieb nicht möglich, bestätigt Achim Hettinger vom Jugendamt.
Neue Etage, neuer Aufzug, neues Treppenhaus
An den Gesamtkosten für Sanierung und Umbau von 2,2 Millionen Euro beteiligt sich die Pfarrgemeinde Mariahof als Träger der Kita mit 66 000 Euro, das Bistum trägt gut 299 000 Euro und vom Land kommen 190 000 Euro als Zuschuss für den Bau der beiden Krippengruppen. "Übrig" bleiben für die Stadt gut 1,62 Millionen. Dieses Geld soll der Stadtrat in seiner Sitzung am heutigen Donnerstagabend bewilligen. Die Gesamtkosten von 2,2 Millionen verteilen sich auf die aus Baumängeln resultierenden Sanierungsarbeiten und die Erweiterung der Kita und die damit verbundenen Umbauten.
Das Kondenswasser, das sich an den ungedämmten Betonwänden niedergeschlagen und dort für Schimmelwachstum gesorgt hat, und gleich mehrere Baumängel im Keller haben über die Jahre alleine im Erdgeschoss Sanierungskosten von rund 170 000 Euro verursacht. Der Keller muss trockengelegt werden. Vorspringende Betondecken, die das Gebäude auskühlen, werden abgerissen. Eine Außendämmung soll die Gebäudewände so warm machen, dass kein Wasser mehr an diesen kondensiert.
146 500 Euro werden für weitere Renovierungsarbeiten benötigt - unter anderem für ein neues Geländer, eine neue Beleuchtung im Keller, einen Durchbruch zwischen zwei Gruppenräumen und ein neues Fenster.
Auch das undichte Flachdach ist ein Sanierungsfall. Weil es wegen der Gebäude-Aufstockung sowieso abgerissen werden müsste, zählt das neue Dach allerdings nicht zu den Sanierungs- sondern zu den Umbauarbeiten. Darin enthalten sind außerdem die Aufstockung um zwei Krippegruppen für 1,32 Millionen Euro und die Einrichtung der fünften Gruppe für 330 000 Euro. Dazu kommen Aufzug, eine Lüftungsanlage und ein vor das eigentliche Gebäude gesetztes Treppenhaus. Die Umbaumaßnahmen kosten insgesamt 1,87 Millionen Euro.
Die Stadtverwaltung rechnet damit, dass die Kinder bis März 2010 in der auf einer benachbarten Wiese errichteten "Container-Stadt" zurechtkommen müssen (der TV berichtete). Kosten dafür: mindestens 305 000 Euro, wovon die Stadt abzüglich des Bistums-Zuschusses knapp 262 000 Euro übernimmt.