Staatsanwaltschaft Trier klagt 43-Jährigen wegen schwerer Brandstiftung und Körperverletzung an

Kriminalität : Staatsanwaltschaft Trier klagt an: Schwere Brandstiftung

Die Staatsanwaltschaft wirft einem 34-jährigen Mann vor, Anfang Februar im Stadtteil Quint sieben Bewohner eines Hauses verletzt zu haben.

 Jenen Dienstagabend im Februar werden die Menschen im Stadtteil Quint nicht so schnell vergessen. Im Appartement eines 34 Jahre alten Mannes in einem Mehrfamilienhaus in der Koblenzer Straße war ein Feuer ausgebrochen. Als die Rettungskräfte eintrafen, stieg dichter Rauch aus den Fenstern des Gebäudes. Menschen riefen um Hilfe.

Mit schwerer Atemschutzausrüstung machten sich Feuerwehrleute auf den Weg in das Gebäude und brachten mehrere Bewohner mit sogenannten Fluchthauben nach draußen. Mindestens sieben Hausbewohner erlitten Rauchvergiftungen oder wurden wegen Schockzuständen behandelt. „Es war die Hölle los“, sagte ein Mitarbeiter der benachbarten Pizzeria am Tag nach dem Brand.

Feuer mit elf Verletzten in Trier-Quint

Die Staatsanwaltschaft Trier hat nun Anklage wegen schwerer Brandstiftung und Körperverletzung in sieben Fällen gegen den Bewohner des Appartements erhoben. „Er ist nach dem Ergebnis der umfassenden Ermittlungen hinreichend verdächtig, als Bewohner einer Einzimmerwohnung in dem Wohngebäudekomplex einen Brand gelegt zu haben“, sagt Oberstaatsanwalt Manfred Stemper.

Demnach soll der wegen mehrerer Gewaltdelikte vorbestrafte Mann in seiner Wohnung ein Kissen angezündet und auf sein Bett gelegt haben, woraufhin die Matratze sofort Feuer fing. Der mutmaßliche Täter habe daraufhin seine Wohnung verlassen und sich in eine nahe gelege Pizzeria begeben, von wo er wenig später die Feuerwehr alarmiert habe.

Das Feuer – so die Staatsanwaltschaft – entwickelte sich rasch zu einem Wohnungsvollbrand, durch den die komplette Einrichtung zerstört wurde. Der Hausflur des Gebäudes, in dem insgesamt 16 Mietparteien wohnten, wurde stark verraucht und schnitt den Bewohnern der übrigen Wohnungen den Fluchtweg ab. Sieben Bewohner des Hauses mussten mit einer Rauchgasvergiftung in Krankenhäuser gebracht werden. Die Feuerwehr, die im Februar mit 80 Kräften im Einsatz war, brachte das Feuer schnell unter Kontrolle und konnte es löschen. Dennoch waren zunächst viele Wohnungen durch die große Rauchentwicklung unbewohnbar. Der Sachschaden wird auf etwa 100 000 Euro geschätzt.

Die Anklage ist bei der Großen Strafkammer des Landgerichts Trier erhoben worden. Diese muss nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden. Ein Termin für die Hauptverhandlung steht noch nicht fest. Der 34-jährige Beschuldigte hat eingeräumt, den Brand gelegt zu haben. Er war unmittelbar nach der Tat von der Polizei festgenommen worden und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.

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