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Stabiles Fundament für Haus am Abgrund

Stabiles Fundament für Haus am Abgrund

TRIER. Der Abriss der ehemaligen Blumenfabrik im Stadtteil Ehrang und die danach anfallenden Sicherungsarbeiten am Hang sind mit 250 000 Euro veranschlagt. Die Kosten sind damit um 95 000 Euro höher als angenommen.

Einstimmig billigte der Bauausschuss am Donnerstagabend Mehrkosten von 95 000 Euro für Sicherungsmaßnahmen am Steilhang an der ehemaligen Blumenfabrik in Trier-Ehrang. Nachdem ein Brand die Fabrik zerstört hatte, erwarb die Stadt die Ruine und das Grundstück und ließ das Gebäude abreißen. Nach dem Abriss zeigte sich, dass der dahinter liegende Hang starke Erosionsschäden aufweist und gesichert werden muss. Die Familie Grünen, deren Anwesen oberhalb der ehemaligen Fabrik unmittelbar am Abhang steht, hatte Angst, dass ihr Haus abrutschen könnte und forderte von der Stadt den Bau einer Stützmauer und die Abdeckung der Fundamente mit Erdreich (der TV berichtete). Familie Grünen erleichtert

Ingeborg Grünen ist erleichtert, dass der Hang, auf dem ihr Haus steht, mit Spritzbeton stabilisiert werden soll. "Gestern war mein Mann wieder unten und hat sich angeschaut, wie sich die Witterungsumstände auswirken", berichtet sie. Nachdem die Stadt vor gut drei Jahren das im Jahre 1997 abgebrannte Gebäude abgerissen hatte, setzten Wind und Wetter dem Hang aus Lehm und rotem Sandstein besonders stark zu. Vor dem Abriss, betont das Tiefbauamt, sei nicht erkennbar gewesen, dass zusätzliche Sicherungsmaßnahmen nötig seien. So habe ein freigelegter Stollen nach Rücksprache mit dem Geologischen Landesamt unverzüglich verfüllt werden müssen, da wegen der Risse im Gestein statische Probleme zu erwarten gewesen seien. Die durch den Abriss freigelegte Berme aus Sandstein, die starke Erosionsschäden aufweise, müsse gegen Witterungseinflüsse geschützt werden. Deshalb werde die Berme mit einer Dammschüttung abgedeckt und das Oberflächenwasser in einem Graben abgeleitet. Die über sechs Meter hohe ehemalige Rückwand der Blumenfabrik aus Sandsteinfels muss nach Auskunft der Verwaltung mit einer Spritzbetonschale stabilisiert werden. Bermensicherung (20 000 Euro), Rückwandsicherung (35 000 Euro) und Stollenverfüllung (20 000 Euro) sind die dicksten Brocken bei den Mehrkosten von 95 000 Euro. Um den optischen Eindruck zu verbessern, sollen Kletterpflanzen angebracht werden. Das Projekt Hangsicherung wird mit Geldern für das Sanierungsgebiet Ehrang gefördert. Das Land hat in Aussicht gestellt, dass ein Teil der Kosten in die Förderung des Straßenbauprojekts "Ausbau B 422" einbezogen werden kann.