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Stadt bessert bei Mauersanierung nach

Stadt bessert bei Mauersanierung nach

Die alte Mauerecke, die am Ende der Sickingenstraße die Sicht in die Olewiger Straße versperrt, wird zurückversetzt. Vorgesehen war das so nicht. Es ist allerdings nicht die einzige Änderung im laufenden Baustellenbetrieb. Mittlerweile steht auch fest, dass die Stadt einen erheblichen Teil der Kosten für die Mauersanierung selbst tragen muss. Auch das war nicht geplant.

Trier. Kommt da einer? Diese Frage zu beantworten ist nicht immer einfach für die, die von der Sickingenstraße nach rechts in die Olewiger Straße einbiegen wollen. Denn eine alte Mauerecke behindert die Sicht in die Umgehungsstraße. Immer wieder passieren an der Einmündung Unfälle.
Weiter oberhalb, entlang der Olewiger Straße, ist die alte Stützmauer in den vergangenen Monaten durch eine neue Betonwand ausgetauscht und dabei um rund 1,50 Meter zurückversetzt worden. Das alte Mauerstück an der Ecke zur Sickingenstraße sollte dagegen nur ausgebessert werden.
Mehrfach hatte der TV kritisiert, dass die Großbaustelle nicht dazu genutzt wird, die Verkehrssituation an der Ecke zu verbessern. Doch auch die Eckmauer ein Stück zurückzusetzen und so den Einblick in den Kreuzungsbereich zu verbessern, sei aus "wirtschaftlichen und gestalterischen Gründen" nicht möglich, bedauerte der städtische Pressesprecher Hans-Günter Lanfer Ende 2013.
Heute gilt das nicht mehr: Die alte Mauerecke wird nun doch um rund 80 Zentimeter zurückversetzt. Nach "weiteren Untersuchungen der fortschreitenden Mauerschäden" habe man die Pläne geändert, "um auch in diesem Bereich eine langlebige Lösung zu erreichen", erklärt Rathaussprecher Ralf Frühauf den Kurswechsel. Im Gegensatz zur bereits erneuerten Mauer entlang der Olewiger Straße wird das Eckstück nach seiner Stabilisierung allerdings wieder mit Natursteinen verkleidet. Ein "Nebeneffekt" der mit der Stabilisierung der Mauer einhergehe, sei die "optimierte Sichtweise in den Kreuzungsbereich", sagt Frühauf.
Weitere Neuerung: Der rund zwei Meter breite, gepflasterte Steig, der entlang der Olewiger Straße infolge der Mauersanierung neu entstanden ist, wird nun doch als Gehweg freigegeben. Die bisherige Planung hatte auch das nicht vorgesehen.
Dass zwei Dinge, die bislang als unmöglich abgetan worden waren, im vierten und letzten Bauabschnitt nun doch noch umgesetzt werden, hängt auch mit dem Wechsel der Bauherrschaft zusammen. Für die ursprüngliche Planung war der Landesbetrieb Bau- und Liegenschaftsbetreuung (LBB) verantwortlich. Auch bei Baubeginn schien noch klar, dass die Mauerbesitzer - das Land, ein Privatmann aus Olewig und die Stiftung Vereinigte Hospitien - die Instandsetzung des Stützwerks zahlen müssen. Doch dann zogen die Hospitien plötzlich ein altes Urteil des Trierer Verwaltungsgerichts aus dem Hut, das die Kosten für den Erhalt solcher Mauern den Kommunen zuschreibt. Mittlerweile scheint geklärt, dass dieses Urteil tatsächlich auch für die Olewiger Mauer gilt (siehe Extra). Nicht mehr der LBB, sondern die Stadt ist nun Bauträger - und hat damit die Planungshoheit für die Sanierung des letzten Mauerstücks an der Ecke Sickingenstraße.Extra

Insgesamt kostet die Sanierung der Stützmauer entlang der Olewiger Straße knapp 1,8 Millionen Euro. Ursprünglich lagen die Kosten komplett beim Land. Nach Prüfung der rechtlichen Situation ist nun die Stadt zuständig. Trier hat in Mainz nun wiederum einen Zuschussantrag gestellt und rechnet mit einer 70-prozentigen Förderung. Von den 1,8 Millionen Euro blieben bei der Stadt dann rund 540 000 Euro hängen, die bislang nicht im Haushalt eingeplant sind. woc