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Stadt schafft neue Räume für Schüler

Stadt schafft neue Räume für Schüler

Das Humboldt-Gymnasium Trier platzt aus allen Nähten: zu viele Schüler, zu wenige Räume. Die Stadt hat nun neun Räume der ehemaligen Robert-Schuman-Realschule saniert. Dort wird seit Montag die Oberstufe des Gymnasiums unterrichtet. Das alte Gemäuer bietet aber noch mehr Potenzial. 24 Räume gibt es insgesamt. Bis diese genutzt werden können, könnten aber noch Jahre vergehen.

Stadt schafft neue Räume für Schüler
Foto: (h_st )

Trier. Die Oberstufe des Humboldt-Gymnasiums (HGT) büffelt seit Montag in der ehemaligen Robert-Schuman-Realschule für das Abitur. Weil das Gymnasium aus allen Nähten platzte, hatte die Stadt insgesamt neun Räume in der ehemaligen Realschule saniert - per Sofortmaßnahme. 537 000 Euro flossen in das Projekt. "Das nimmt bei uns erstmal den Druck raus", sagt Schulleiter Ralf Borschel. Ab sofort sollen etwa 150 Schüler in den neuen Klassenräumen unterrichtet werden.
In einem der Räume sitzt die 12. Jahrgangsstufe gerade im Deutschunterricht. Baudezernent Andreas Ludwig versucht sich als Geschichtslehrer. "Was denkt ihr denn, wie alt das Gebäude ist", fragt er in die Runde. "150 Jahre", schätzt einer der Schüler. "1891 war das", klärt Ludwig auf. Also genau 125 Jahre.
Danach fragt Ludwig die Schüler, wie zufrieden sie mit dem Umzug sind. "Alles ist schön renoviert und auch die Fernseher sind neu", sagt ein Schüler. Das sieht auch eine andere Schülerin so: "Die Räume sind echt top." Sie spricht allerdings auch die Probleme an: "Ich habe schon einen Schock bekommen, als ich den Eingangsbereich gesehen habe, und die Toiletten finde ich jetzt auch nicht so toll."
Das sieht auch der Baudezernent so: "Stimmt, die sind nicht toll - daran wollen wir aber arbeiten." Das Problem: Die neuen Räume wurden von der Stadt als Sofortmaßnahme bewilligt. Für weitere Veränderungen sei ein Stadtratsbeschluss notwendig, sagt Helga Schneider-Gräfer, Leiterin des Bauamts für Schule und Sport. "Und das dauert." Das Gebäude müsse von einem Gutachter untersucht werden. Es reiche nicht, nur das Gebäude zu sanieren. "Wir müssen praktisch für jeden Quadratmeter ein Nutzungskonzept erstellen."
Wird die alte Schule komplett saniert, ständen insgesamt 24 Räume zur Verfügung. Das wäre mehr, als das HGT benötigt. Dessen zusätzlicher Raumbedarf beschränkt sich derzeit auf acht Klassenräume, zwei naturwissenschaftliche Fachräume, zwei Ganztagsräume, eine Bibliothek sowie eine Mensa. Was mit den übrigen zehn Räumen geschehen könnte, steht noch nicht fest.
Frank Simons, Leiter der Gebäudewirtschaft sagt, dass es mit neuen Räumen nicht getan sein. "Wir müssen die Fassade und das Dach sanieren." Dazu benötige die Heizung vermutlich neue Leitungen und auch die Außenanlage müsste erneuert werden.
Eine Schätzung aus 2014 beziffert die Kosten für eine komplette Sanierung auf etwa 3,4 Millionen Euro. Schneider-Gräfer warnt: Das sei nur eine grobe Schätzung gewesen. "Ehe das Gebäude nicht von einem Gutachter untersucht wurde, können sich die Zahlen auch noch ganz schnell ändern."
Lohnen würde sich die Investition auf jeden Fall, denkt Ludwig: "Das hier ist eine Schule mit Stil."