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Stadt soll weiter für Martinsbrezeln zahlen

Stadt soll weiter für Martinsbrezeln zahlen

Die Stadt wird die Martinsumzüge in den Ortsteilen wohl weiterhin fördern müssen. Der Kulturausschuss hat gegen die Streichung der Zuschüsse gestimmt.

Trier. Karl-Josef Gilles traut seinen Augen und Ohren nicht. "Das ist ja ein Hammer", sagt der Filscher Ortsvorsteher (FDP) und freut sich sichtbar. Zwar haben nur er selbst und Marc-Bernhard Gleißner (Die Linke) gegen die Verwaltungsvorlage gestimmt, aber die große Mehrheit des Kulturausschusses hat sich enthalten. Damit ist der Plan vom Tisch, die Unterstützung der Martins umzüge in den Stadtteilen aus dem Kulturetat zu streichen und damit 1150 Euro jährlich zu sparen. Gilles kämpft seit einem Jahr mit Vehemenz und Konsequenz gegen diesen Plan. Sogar einen Kommunalverfassungsstreit stellt er am Dienstagabend vor der Abstimmung im Kulturausschuss in Aussicht, bevor das aus seiner Sicht positive Votum einen solchen Streit vorerst überflüssig macht. Doch Gilles ist nicht der einzige Gegner einer Streichung der Zuschüsse für die Martinsbrezeln aus dem Kulturetat. "Auch wir sind dagegen", sagt Gleißner. "Die Umzüge sind eine schöne Tradition. Diese ist es wert, erhalten und gefördert zu werden."
"Die Menschen verstehen eine solche Streichung nicht", sagt auch Hans-Willi Triesch (SPD). "Das ist eine Enttäuschung, die nicht mehr aus den Köpfen rausgeht." Es gehe nicht um die 50 bis 150 Euro, mit der die Stadt die Ortsteile je nach Größe und Einwohnerzahl unterstützt. "Die kriegt der Ortsbeirat selbst noch zusammen, das ist nicht das Problem", sagt Triesch. "Es geht um die Geste." Der Streit um die Martinsbrezeln ging bis vor die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD): Der Ortsbeirat Filsch hatte im Mai die Kommunalaufsicht eingeschaltet (der TV berichtete). Doch die ADD hat sich nach mehrmonatiger Prüfung für nicht zuständig erklärt. jp