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Stadt sucht Langzeit-Pächter fürs Weisshaus - Nahziel: Wiedereröffnung 2017

Stadt sucht Langzeit-Pächter fürs Weisshaus - Nahziel: Wiedereröffnung 2017

Das Weisshaus ist seit Anfang 2015 verwaist. Nun geht die Stadt offensiv auf die Suche nach einem Investor, der das traditionsreiche Café-Restaurant möglichst schon im Frühjahr 2017 wiedereröffnet und sich langfristig bindet. Dabei darf der neue Betreiber auf finanzielle Zugeständnisse bauen.

Trier-Pallien. Das hatte man sich in der Rathaus-Chefetage wohl einfacher vorgestellt. Als Monika und Heiner Adamkiewicz, die letzten Betreiber, Ende 2014 in Ruhestand gingen, herrschte die Auffassung: Das Weisshaus ist so ein toller Laden in Super-Lage, da können wir auf der Suche nach einem neuen Pächter aus dem Vollen schöpfen. Aber Pustekuchen.

"Es gibt zwar großes Interesse, aber noch größer sind die Defizite, die das Gebäude hat", erklärt nun Baudezernent Andreas Ludwig. Manuela Wilbert (städtische Gebäudewirtschaft) spricht zum Beispiel von "mangelhaften Dämmungen nach unten wie nach oben im aus den 1980er Jahren stammenden Gastro-Trakt.

Im Klartext bedeutet das: Die Stadt müsste erst einmal "in Millionenhöhe" investieren, um ihre Nobelimmobilie auf dem Palliener Plateau technisch und baulich auf Vordermann zu bringen. Das aber gestattet die schwierige Haushaltslage nicht. Gastro-Gutachter empfehlen derweil, die Rentabilität des bisherigen Café-Restaurant-Betriebs zu erhöhen, indem die Stadt einen Hotel-Anbau genehmigt. Das aber kommt für Ludwig "so nicht infrage". Denn obwohl erst seit 14 Monaten in Trier und im Amt, kennt der Baudezernent die "schwierige Gemengelage": Zwei Mal - 1879 und 1979 - retteten Bürgerinitiativen das Weisshaus als Ort für die Öffentlichkeit.

Ein solcher, so der CDU-Mann, solle es auch künftig sein: "Es ist Aufgabe der Stadt, das Weisshaus in vertrauter Form als Teil des Stadtbildes und als Gemeingut zu erhalten." Zudem gelte es, "an dieser sensiblen Stelle die Kontrolle zu behalten. Wir dürfen nicht einseitig wirtschaftliches Gewinnstreben über den Schutz des Kulturgutes und des Landschaftsbildes stellen". Es sei schwierig, den Spagat zwischen öffentlichem Interesse und der Rentabilität eines Weiterbetriebs hinzubekommen, sagt Ludwig und gibt sich betont kämpferisch: "Es ist mein Job, diese Herausforderung anzugehen."Ausschreibung im Herbst


Und die sieht konkret so aus: Bis Ende September soll eine ämterübergreifende Arbeitsgruppe Ausschreibungsbedingungen definieren. Im vierten Quartal steht die offensive Suche nach dem Wunschpartner auf dem Programm. Anforderungsprofil: "Wir wollen einen sachkundigen Gastronomen mit einem tragfähigen Konzept, der das Objekt langfristig betreibt und sich mindestens 25 Jahre bindet. Auch ein Erbbaurecht wäre denkbar."
Nahziel: Das Weisshaus soll zur Terrassensaison 2017 - also um Ostern - wieder in Betrieb gehen. Um das zu ermöglichen, geht die Stadt finanziell in Vorlage. "Wir wollen im Frühjahr die notwendigsten Arbeiten vornehmen, um eine Wiedereröffnung zu gewährleisten", erläutert Ludwig. Außerdem werde man in der Anfangssaison auf eine Pacht verzichten. Der Baudezernent spricht von einer "Testphase": "Wir wollen sehen, was der Betreiber kann. Und der soll seinerseits einschätzen, welches Potenzial im Weisshaus steckt und welche Investitionen auf lange Sicht notwendig, sinnvoll und verantwortbar sind." Insgesamt erachtet Ludwig es als für die Stadt wichtiger, dass die Investition sich selbst trägt, als eine möglichst hohe Bar-Pacht zu erzielen.
Größere Anbauten soll es wegen Denkmalschutzes und der vertrauten Optik nicht geben. Ob der 50 Meter vom Café-Restaurant entfernte Standort der Anfang 2012 abgerissenen Bergstation der früheren Kabinenbahn wiederbebaut werden darf, lässt Andreas Ludwig offen: "Wir können über vieles reden."