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Stadt Trier bietet Geflüchteten aus der Ukraine Hilfe an

Ukraine-Krieg : Vom Leben und Arbeiten in Trier - Infos für Geflüchtete

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 sind mehr als 1000 Geflüchtete nach Trier gekommen. Um ihnen die Integration zu erleichtern, hat die Wirtschaftsförderung der Stadt Trier die Informationsveranstaltung „Arbeiten in Trier“ organisiert.

Schon vor Beginn der Veranstaltung fällt auf, dass fast nur Frauen anwesend sind. Einige scheinen sich untereinander zu kennen, begrüßen sich herzlich und unterhalten sich. Auch mehrere Kinder sind vor Ort, die meisten von ihnen sind noch sehr klein.

Zu Beginn erläutern Vertreter der Agentur für Arbeit, des Jobcenters und der Volkshochschule relevante Themen für die Integration in den Arbeitsmarkt. Zentral ist dabei der Spracherwerb. Manuela Zeilinger-Trier von der VHS erklärt den Ablauf der geförderten Integrationskurse, die neben Sprachkenntnissen bis zum Level B1 auch Geschichte, Politik und Gesetze Deutschlands vermitteln. Da die meisten der Anwesenden noch keine oder nur wenig Deutschkenntnisse besitzen, werden die Vorträge übersetzt.

Neben dem Spracherwerb spielen auch bürokratische Abläufe eine wichtige Rolle. Um den Geflüchteten die Inanspruchnahme von Hilfsleistungen zu vereinfachen, erklärt eine Mitarbeiterin des Jobcenters ausführlich, welche Hilfen beantragt werden können, und welche Voraussetzungen und Formulare dazu benötigt werden.

Der zweite Teil der Veranstaltung besteht aus diversen Infoständen. In insgesamt drei Räumen beraten Bürgerservice, Jobcenter, Universität Trier, Volkshochschule und mehrere Arbeitgeber, darunter unter anderem die Stadtwerke Trier, das Klinikum Mutterhaus und die Caritas, die Geflüchteten persönlich. Auch hier sind Übersetzer anwesend, um die Kommunikation zu ermöglichen.

Es kommt zu einem regen Austausch zwischen Ausstellern und Besuchern. Doch nicht nur die Beratungsangebote, sondern auch die bereitgestellten Getränke und Brezeln finden Anklang, gerade bei den anwesenden Kindern.

Im Gespräch mit einigen Geflüchteten zeigt sich, dass viele wieder in ihrem alten Berufsfeld arbeiten wollen. So zum Beispiel Kovalov Vadym, der erzählt, er habe im Management einer Baufirma gearbeitet und wolle sich nach einem Deutschkurs wieder einen Job in diesem Bereich suchen. Andere sind sich noch unsicher, was die Zukunft bringen wird. Eine studierte Sozialpädagogin sagt im Gespräch mit dem TV, dass sie sich nach ihrem Sprachkurs erst einmal orientieren werde. Ob sie dann in ihr altes Berufsfeld zurückkehre oder einen anderen Beruf erlerne, wisse sie noch nicht.

Tatiana Fillmann von der Agentur für Arbeit sieht in ihrem Beruf regelmäßig, dass die Geflüchteten eine sehr große Motivation mitbringen und unbedingt arbeiten wollen. Bis jetzt würden allerdings nur wenige Geflüchtete arbeiten und diese meist in deutlich niedriger qualifizierten Berufen als in der Ukraine, sagt sie. Das liege daran, dass zuerst der Spracherwerb und die Anerkennung von Abschlüssen Priorität haben.

Diese Prozesse dauern und sind auch mit einigem an Bürokratie verbunden. Daher habe es ihr geholfen, dass die Abläufe für Anträge und die benötigten Dokumente erklärt wurden, sagt Butsku Yuliia. In der Zukunft hofft die junge Frau, wieder an einem Flughafen arbeiten zu können. Wie viele der Geflüchteten bei der Veranstaltung plant sie, in Deutschland zu bleiben. Doch nicht für jeden ist bereits klar, ob sie in Deutschland bleiben oder in die Ukraine zurückkehren wollen: „Das ist eine schwierige Frage“, antwortet ein junges Paar. „Wir haben Freunde und Familie, die noch in der Ukraine sind. Wenn es irgendwann sicher ist, würden wir gerne zurückkehren, aber momentan nicht.“