Stadt Trier investiert 10 Millionen Euro in Sanierung von Schultoiletten

Kostenpflichtiger Inhalt: Gebäudewirtschaft : Stadt Trier investiert zehn Millionen Euro in neue Schul-Klos

Die Stadt Trier hat bislang rund 4,6 Millionen Euro in die Sanierung von Schultoiletten gesteckt. Das Sanierungsprogramm soll noch bis zum Jahr 2023 laufen. Doch der Zeitplan hängt an einem seidenen Faden.

Andreas Ludwig erinnert sich nach eigenen Angaben „höchst ungern“ an einige Begebenheiten seiner Anfangszeit als Baudezernent in Trier: „Bei bei meiner Kennenlern-Runde durch städtische Gebäude war ich natürlich auch in den Schulen unterwegs und habe mir auch die Toiletten angeschaut.“ Seinen Gesamteindruck fasst er in einem einzigen Wort zusammen: „Verheerend!“ Doch die WC-Inspektionen des CDU-Mannes hatten auch etwas Gutes: Über den Zustand der stillen Örtchen wurde nicht der Mantel des Schweigens ausgebreitet, sondern die Stoßgebete von Schülern, Lehrern und Eltern wurden erhört.

In der turnusgemäßen Pressekonferenz des Stadtvorstandes am Montag  präsentierte Ludwig eine Zwischenbilanz des damals umgehend auf den Weg gebrachten Sanierungsprogramms. In die ersten neun der insgesamt 36 Schulen, die in der Verwaltung der städtischen Gebäudewirtschaft stehen, wurden insgesamt gut 4,6 Millionen Euro investiert. Der Löwenanteil (1,1 Millionen) fließt in die Berufsschule Gestaltung und Technik (G&T, Langstraße), wo aber erst in einem von drei Gebäuden die neuen Toiletten fertig sind. Im zweiten Gebäude beginnen die Arbeiten bald; Nummer drei folgt anschließend. Die Berufsschule Wirtschaft (Irminenfreihof) soll bis Ende des Jahres über neue Klos verfügen. Kosten hier: gut 800 000 Euro.

Abgeschlossen sind die Sanierungsprojekte in den Grundschulen Biewer (rund 287 000 Euro), Euren (355 000 Euro), Keune (553 000 Euro), Matthias (413 000 Euro) und Ausonius (352 000 Euro) sowie im Gebäude A der Berufsschule Ernährung, Hauswirtschaft und Sozialpflege (EHS; 339 000 Euro) und der Realschule plus Nelson Mandela (420 000 Euro).

Neben der Ausstattung mit neuen Schüsseln und Becken, Lüftungsanlagen und gefliesten Wänden standen Aspekte wie einfache Handhabung und Reinigung oder  Vermeidung von Energie- und Wasserverschwendung im Vordergrund.

Ziel sei es, bis 2023 alle Schulen toilettentechnisch auf Vordermann zu bringen, wozu weitere rund 5,5 Millionen Euro nötig sein dürften. Sollte das nicht im vorgesehenen Zeitrahmen möglich sein, so werde das laut OB Wolfram Leibe nicht an der Stadt liegen: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und stellen ausreichend Mittel zur Verfügung.“ So seien für kommendes Jahr 1,5 Millionen Euro verplant – Geld, das teilweise aus mehreren Förderprogrammen von Land und Bund kommt.

Das Problem sei, Firmen zu finden, die freie Kapazitäten hätten „und den Sanierungsweg mit uns gehen wollen“.

Baudezernent Andreas Ludwig spricht von einer „Daueraufgabe. Gut möglich, dass wir nach 2023 wieder von vorn anfangen müssen.“ Einen Sanierungsstau bei den Schultoiletten wie bis in die jüngste Vergangenheit hinein wolle man den Schulen jedenfalls nicht mehr zumuten.

Ioana-Adelina Nescovici, die Vorsitzende des Trierer Jugendparlaments, vernahm’s mit Freude und lobte den Zwischenstand der Sanierungsbemühungen: „Wir sehen, dass endlich was passiert und dass es voran geht. Das finden wir super“, sagte die 18-Jährige.

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