Stadt Trier sperrt Kürenzer Spielplatz: Unbekannte hacken in Turm von Kinderrutsche - Glasflasche im Sandboden

Stadt Trier sperrt Kürenzer Spielplatz: Unbekannte hacken in Turm von Kinderrutsche - Glasflasche im Sandboden

Blinde Zerstörung von Schildern, Sprühereien, wilder Müll - solche Formen von Vandalismus und Sachbeschädigung sind kein allzu seltener Anblick. Auf dem ehemaligen Gelände der Landesgartenschau hat sich nun aber eine neue Dimension gezeigt: Offenbar bewusst haben Unbekannte die Verletzung von Kindern durch scharfkantige Flaschenreste auf einer Spielplatzrutsche beabsichtigt. Die Gefahr konnte rechtzeitig gebannt werden. Die Stadt will Anzeige erstatten.

Trier-Kürenz. Einen erschreckenden Fund machte Hausmeister Herbert Görgen, als er am frühen Samstagmorgen auf dem Gelände des Petrisparks den Abfall einsammelte. Unmittelbar am Fuß einer Rutsche auf dem Kinderspielplatz war eine abgebrochene Bierflasche eingegraben - die spitzen Ränder genau am Landepunkt nach oben gerichtet. "Auch in den Rutschtunnel haben sie Glasscherben hineingeworfen", berichtet Görgen.

Um eine Verletzungsgefahr auszuschließen, habe er die Stahlröhre gleich mit Wasser ausgespült und die Scherben beseitigt. Eine ähnliche Situation sei bereits vor zwei Monaten aufgetreten.
Die Hausmeister einer von der Trier Tourismus und Marketing (TTM) beauftragten Reinigungsfirma überprüfen täglich das Gelände der ehemaligen Landesgartenschau. Achtlos weggeworfenen Müll und Überreste von Zechgelagen finden sie dabei nach eigener Aussage regelmäßig. Die am Eingang aushängende Parkordnung untersagt das wilde Entsorgen ausdrücklich, indes scheint das einige Zeitgenossen wenig zu beeindrucken.

Auch der Rutschturm war offenbar Ziel unbekannter Täter: Weil ein Stützbalken mit einer Axt oder einem ähnlichen Werkzeug durchtrennt wurde, musste das Spielgerät am Dienstagmorgen abgesperrt werden.
Auch wilde Graffiti an den Wänden der Skateranlage, des Lottoforums oder des Aussichtsturms Luxemburg sind beim Parkverwalter TTM ein altbekanntes Ärgernis. Der aktuelle Fall mit der zerbrochenen Bierflasche wiegt allerdings schwerer. "Neu ist, dass hier offensichtlich versucht wurde, gezielt einen Personenschaden zu provozieren. Aus diesem Grund werden wir Anzeige gegen Unbekannt erstatten", teilt Ralf Frühauf vom städtischen Amt für Presse und Kommunikation auf Anfrage des TV mit. Auch bei der Polizei hat der TV um eine Stellungnahme gebeten, die allerdings bis Redaktionsschluss nicht einging.

Der Petrisberg in Kürenz ist nicht der einzige Ort in Trier, der vom Vandalismus betroffen ist. Aus dem gesamten Stadtgebiet werden immer wieder Fälle bekannt. Auch zerbrochene Glasflaschen als Überreste von Trinkgelagen auf öffentlichen Plätzen werden immer wieder ausfindig gemacht. Wobei sich hier nach Aussage der Verwaltung die Häufigkeit auf bestimmte Siedlungsgebiete konzentriere - namentlich beispielweise Bärenfeldstraße, Mariahof und Trier-Nord.

Bislang sind nach Informationen der Stadt allerdings keine Fälle bekannt geworden, bei denen es aufgrund mangelnder Sauberkeit oder beschädigter Spielgeräte zu Verletzungen kam - weder am Petrisberg noch auf anderen Spielplätzen.
Daher sieht die Verwaltung ihr Konzept zur Vermeidung und schnellen Meldung von Mängeln grundsätzlich als tragfähig an. Spielplätze würden einmal in der Woche, an besonders problematischen Stellen auch mehrfach kontrolliert und gereinigt. Hinweisschilder mit Piktogrammen wiesen auf das Glas- und Alkoholverbot hin. Die Polizei werde lediglich bei extremen Ereignissen wie dem im Petrispark gezielt eingebunden. "Ansonsten bitten wir die Kollegen bei festgestellten Auswüchsen, mal stärker auf den einen oder anderen Platz zu sehen, allerdings nur bei konkreten Hinweisen", ergänzt Frühauf.

Herbert Görgen hat gerade mit Blick auf die jüngsten Vorfälle für seinen Arbeitsbereich eine Konsequenz abgeleitet: "An den Wochenenden kontrollieren wir künftig immer zu zweit. Da ist es besonders schlimm." Somit bleibt der hinterlassene Müll für die Besucher weiterhin unsichtbar - nicht verhindert wird dadurch, dass er zuvor achtlos oder gar mit bösartiger Absicht weggeworfen wird.

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