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Stadt Trier steckt mehr als 1,2 Millionen Euro in die Sanierung von Sporthallen

Städtische Sportstätten : Fauler Fußboden, undichtes Dach und ein Wasserschaden – Trierer Hallen werden saniert

Zahlreiche Sportler in Trier müssen nicht nur durch Corona Einschränkungen hinnehmen. Für mehr als 1,2 Millionen Euro saniert die Stadt derzeit marode Hallen. Und das sind längst nicht alle Reparaturen und Kosten, die anstehen. Ein Überblick.

Neben der Gymnastikhalle des Schulzentrums Mäusheckerweg in Trier-Ehrang, deren Dach derzeit für mehr als 550 000 Euro saniert wird (für einen ausführlichen Bericht bitte hier klicken), laufen aktuell weitere Sanierungen von Trierer Hallen. Der TV hat sich bei der Stadt nach dem Stand der Dinge erkundigt.

Bereits abgeschlossen ist laut Stadt die Reparatur der Turnhalle „Auf der Kipp“ der Grundschule in Biewer. Das Gebäude war Mitte März für etwa zwei Wochen gesperrt worden, weil sich Deckenplatten gelöst hatten (der TV berichtete). Diese wurden für rund 2500 Euro neu befestigt. Sobald der Infektionsschutz wegen der Corona-Pandemie es wieder erlaubt, können die rund 660 Schüler des Friedrich-Spee-Gymnasiums und der Grundschule Biewer sowie die rund 270 Vereinssportler laut der Stadt wieder Sport in der Halle treiben.

Auch die größte Sport- und Veranstaltungshalle der Stadt, die Arena Trier, wurde und wird für insgesamt rund 590 000 Euro renoviert. Ende 2019 wurde die Fassade für rund 240 000 Euro erneuert.

Bis Ende August wird außerdem ein Wasserschaden im Duschbereich des Erdgeschosses saniert. Durch gerissene Fugen sei Wasser in den Fußbodenaufbau gelangt und habe sich dort verteilt, informiert die Stadt. Dabei seien der Fußbodenaufbau und Gipskarton-Wände in Umkleiden und einem Technikraum beschädigt worden.

„Die Wasserschadensanierung stellt vorerst keine Einschränkung dar, da Umkleiden in anderen Geschossen zur Verfügung stehen und wegen der Corona-Pandemie derzeit keine größeren Veranstaltungen durchführbar sind“, sagt der Trierer Pressesprecher Gutheil. Ursprünglich sei die Reparatur in zwei Bauabschnitten geplant gewesen, um den Nutzungsbetrieb so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Nun könne alles gleichzeitig repariert werden. Die Kosten für die Wasserschadensanierung sind laut Stadt auf etwa 350 000 Euro geschätzt. Da es sich um einen Versicherungsfall handele, würden die Kosten komplett von dieser übernommen.

Der Fußbodenaufbau der Turnhalle Grundschule Barbara ist laut Stadt durchfeuchtet und teils faul. Die Ursache des Wassereintritts: eine kaputte Abdichtungsbahn. Die Bitumenbahn auf der Bodenplatte sei spröde, erklärt der Pressesprecher der Stadt Björn Gutheil. Darüber liege eine Kaltklebebahn, die auch nicht überall dicht sei. Hinzu kämen nicht fachgerecht ausgeführte Abdichtungen im Randbereich, wo ebenfalls Wasser eindringe. Die Schaumstoffmatte habe das Wasser aufgesaugt und an die darüber liegende Holzplatte weitergegeben, die dadurch teilweise gefault sei. Deshalb sei eine Erneuerung des Fußbodenaufbaus erforderlich. Die Kosten für die Reparatur belaufen sich laut Stadt auf etwa 62 000 Euro brutto.

Rund 1000 Schüler (Grundschule Barbara, Nelson-Mandela-Realschule plus, Humboldt-Gymnasium) und Sportler nutzen die Halle wöchentlich. Ende Februar hatte die Stadt das Gebäude gesperrt. Während Arbeiten in den Winterferien habe sich gezeigt, dass nicht nur der Bodenbelag, sondern auch der Fußbodenaufbau und Abdichtungen erneuert werden müssten. Die Halle in der Friedrich-Wilhelm-Straße war Anfang April nach der teilweisen Erneuerung des Bodens wieder freigegeben worden. Sie kann laut Stadt bis zum Beginn der Reparatur voll genutzt werden. Gutheil: „Wir rechnen damit, dass die Reparaturarbeiten in den Sommerferien abgeschlossen werden können.“

Das Dach der Halle der Bezirkssportanlage Heiligkreuz wurde inzwischen zumindest teilweise repariert: Ein defekter Einlauf wurde in der Woche nach Ostern für rund 1000 Euro geflickt. Allerdings ist der Schaden damit nicht behoben. Die Ursache des Wassereintritts liegt laut Pressesprecher Björn Gutheil demnach im Dachaufbau selbst, der durch Materialermüdung undicht sei. Allerdings könne die Entwässerung durch eine innenliegende Abdichtung meist wieder hergestellt werden. Nach einem ersten Angebot lägen die Kosten dafür bei etwa 6000 Euro. Diese Zahl sei jedoch noch nicht endgültig, weil das vergaberechtliche Verfahren noch nicht beendet sei.

Uneingeschränkt nutzen können die rund 300 Schüler von zwei Schulen und 250 Sportler verschiedener Vereine die Turnhalle laut Gutheil erst nach Abschluss der Sanierung. Bis dahin bleibt eine Ecke der Halle gesperrt.

Auch die Doppelstockhalle des Auguste-Viktoria- und des Max-Planck-Gymnasiums in Trier soll erneuert werden – und zwar die gesamte Fassade. Diese weist laut Pressesprecher Björn Gutheil erhebliche Schäden auf, eine Sanierung sei aber auch aus energetischer Sicht erforderlich.

Bereits 2014 hätten sich Fassadenplatten abgesenkt. Damals seien sie zusätzlich verankert worden. „Dennoch war klar, dass mittelfristig eine grundlegende Sanierung erfolgen muss.“

Konkrete Planungen gibt es noch nicht. Was die Renovierung kosten wird, ist deshalb noch nicht klar. Zurzeit wird ein Architektenwettbewerb vorbereitet.

Die beiden Hallen, die neben den zwei Gymnasien auch von verschiedenen Vereinen (DJK/MJC Trier, Gladiators Trier, Postsportverein Trier, TVG Baskets Trier, TV Germania Trier) genutzt werden, sind laut Stadt bis zum Beginn der Sanierung gefahrlos vollständig nutzbar. Für die Renovierung würden sie gesperrt. Wie lange, sei noch nicht absehbar.