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Stadt Trier testet musikalische Solar-Mülleimer

Uns sauber Trier : Applaus und Hallelujah – Ein Gruß aus Trierer Abfalleimern

Die Stadt Trier testet seit Anfang August zwei neue Mülleimer, die den darin enthaltenen Abfall pressen, per Solarenergie betrieben werden und ihren Füllstand übers Internet an die Stadtreinigung melden. Außerdem bedanken sich die Behälter mit Beifall oder Musik bei den Müll-Einwerfern.

(red) Ein ungewöhnlicher Mülleimer Test läuft seit ein paar Tagen in Trier. Initiator war Oberbürgermeister Wolfram Leibe, der ähnliche Behälter in der Trierer Partnerstadt Fort Worth gesehen hatte. Das Trierer Stadtreinigungsamt testet nun für ein Jahr zwei solargetriebene Kompressionsbehälter für Kleinabfälle, die in den Niederlanden produziert und von der Mainzer Firma Zöller-Kipper in Deutschland vertrieben werden. Standorte sind die Aussichtsplattform in der Sickingenstraße am Petrisberg sowie die Ecke Glockenstraße/Simeonstraße in der Trierer Innenstadt.

Bernd Steil, Leiter der Stadtreinigung, sagt: „Beides sind sehr belebte Standorte mit hohem Müllaufkommen. Gerade beim Standort in der Innenstadt mit vielen Imbissen in der Nähe bleibt sehr viel Müll zurück.“ Die Kompressionsbehälter haben aus Sicht der Stadtreinigung mehrere Vorteile: Sie sind geschlossen, locken also weniger Wespen an und halten Gerüche zurück. Der darin enthaltene Müll wird – angetrieben durch die Solarzellen an der Oberseite – auf bis zu 20 Prozent seines Volumens gepresst. Dadurch muss die im Inneren des Mülleimers enthaltene 120-Liter-Tonne wesentlich seltener entleert werden als die freistehenden oder hängenden Müllbehälter. Beim Standort Sickingenstraße gibt es derzeit täglich eine Leerung. Die Stadtreinigung geht davon aus, den neuen Behälter nur noch einmal in der Woche leeren zu müssen.

Applaudierende Müllschlucker für umweltbewusste Trierer

Die Klappe des Müllbehälters lässt sich per Hand oder mit einer Fußtaste betätigen. Außerdem sind die Behälter vernetzt und informieren die Stadtreinigung per E-Mail über den Füllstand beziehungsweise die nötige Leerung. Der auf ein Jahr angesetzte Test soll zeigen, ob sich die Beschaffungskosten von 6500 Euro pro Behälter durch die Vorteile wirtschaftlich darstellen lassen.

Als besonderen Gag enthält der Kompressionsbehälter übrigens noch eine Funktion, durch die nach dem Betätigen der Fußtaste ein Sound abgespielt wird. Wer seinen Müll in den Eimer wirft, bekommt deshalb beispielsweise Applaus zu hören oder ein kurzes „Hallelujah“. Die Stadt prüft noch, ob sich hier auch ein echt Trierisches „Sauwer!“ einbinden lässt.