STADTBILD

Zur Berichterstattung über die Vermüllung der Landschaft:

Auch durch die Medienberichte nach dem sinnlosen und immer noch unfassbaren Tod der 16-jährigen Triererin wurde uns allen leider deutlich vor Augen gehalten, welches große Müllproblem wir in Trier haben. Meine Hochachtung zunächst davor, dass Toni Prison mit 150 Mitbürgern aus Trier-Nord und Unterstützung der ART spontan und kurzfristig etwa fünf Tonnen Müll vom Tatort entfernt hat. Wenn man in einem Stadtteil zusammenhält, kann man eben vieles erreichen. In vielen anderen Stadtteilen wie zum Beispiel in Euren und Pfalzel gibt es regelmäßige Dreck-weg-Tage, bei denen immer Unmengen an Unrat durch Freiwillige aufgesammelt und ordnungsgemäß entsorgt werden. In Euren haben diesmal übrigens auch 17 Asylbegehrende freiwillig aktiv mitgeholfen. Einerseits muss man wirklich toll finden, dass Trierer Bürger in ihrer Freizeit unsere Stadt sauber halten, aber andererseits ist es mehr als beschämend, dass es überhaupt zu solchen Aktionen kommen muss. Wenn allein die Pflege des Petrisparks durch Auftragsvergabe an Fremdfirmen die Stadt Trier jährlich 700 000 bis 800 000 Euro kostet, sollte man einmal darüber nachdenken, ob es nicht wirtschaftlicher und sinnvoller wäre, im Grünflächenamt oder/und bei der Stadtreinigung zusätzliche Mitarbeiter einzustellen, die dann auch verstärkt für die Stadtreinigung eingesetzt werden können. So könnte die Stadt durch regelmäßigeres Säubern von Wegen und Grünanlagen deutlich sauberer gehalten werden. Für viele geplante und angesichts des zu befürchtenden Kostenrahmens sicherlich nicht zwingend notwendige Großprojekte wie das Theater und die Westtrasse ist dem Anschein nach auch ausreichend Geld in der Stadtkasse. Allerdings muss man auch eindeutig die Leute, die es einfach nicht schaffen, ihren Müll in dafür vorgesehene Behältnisse zu werfen, fragen, ob sie sich wirklich nur als Mittelpunkt einer egoistischen und wertelosen Spaßgesellschaft sehen, bei der das Allgemeinwohl und Miteinander dem Anschein nach nicht existiert. Erst wenn jeder der Beteiligten sich einmal selbst reflektiert und sein Handeln dauerhaft ändert, können wir das schaffen, was Stadt und Bürger auch verdient haben: Uns sauwer Trier! Marco Berweiler, Trier