STADTBILD
Zur Berichterstattung über die Gestaltung des Innenhofs im Simeonstift Trier:
Meinung
Keine gute Visitenkarte der Stadt
Wer über die Internetseite www.welterbe-trier.de unter dem Stichwort "Porta Nigra" Informationen sucht, wird auch auf das Simeonstift mit seinem einzigartigen doppelgeschossigen Kreuzgang aus dem 11. Jahrhundert hingewiesen, einem der ältesten seiner Art. Es sei in Trier ein geradezu "malerischer" Innenhof zu erleben. Doch zeigt die Realität einen mit unterschiedlichem Mobiliar vollgestellten Hof: eine nicht gerade ästhetisch zu nennende Zeltbühne, Stellwände und Tresen unter einigen Arkaden, Sonnenschirme unterschiedlicher Fabrikate. Und dann auch noch "Schweißarbeiten" als Kunstobjekte in einer wenig ansprechenden Präsentation, eine planlose Aufstellung auf Betonplatten und Holzstümpfen. Man kann nur hoffen, dass der auswärtige Besucher nicht auf den Gedanken kommt, dies sei Teil des Stadtmuseums! Der verdienstvolle einstige Stadtkonservator Friedrich Kutzbach, der den Trierern 1936 durch seine Rekonstruktion das Simeonstift wieder erlebbar gemacht hat, würde sich verwundert die Augen reiben, was aus dem "malerischen" Innenhof geworden ist. Dringender denn je ist ein von Fachleuten erarbeitetes Konzept notwendig, um dieses höchst wichtige Baudenkmal wieder in Wert zu setzen. So, wie es sich derzeit dem Besucher darbietet, ist es keine gute Visitenkarte unserer Stadt. Winfried Weber, Trier