Kostenpflichtiger Inhalt: Freizeit : Wetter-Dusel und super Stimmung in Schweich

Stadtfest: 30 Wagen und Fußgruppen begeistern beim Umzug am Sonntag. Der „Wow-Jahrgang” 2018 macht die Weinprobe am Freitag zum sensorischen Erlebnis. Heute lädt der Gewerbeverband zum Markttag.

Es gab – wie schon so oft bei großen Schweicher Festen – bange Blicke gen Himmel. Doch die Moselstädter hatten am Wochenende mit ihrem Stadtfest riesiges Glück: Während des Festumzugs am Sonntagnachmittag kamen die dunklen Wolken von Westen Schweich zwar bedrohlich nahe, doch der Nordwind hielt sie glücklicherweise auf Distanz. Und so regnete es heftig in Trier, während die Schweicher Straßen trocken blieben. Ab und zu schaute sogar die Sonne raus, als sich der farbenfrohe Umzug vom Schwimmbad-Parkplatz zum Sy­nagogenvorplatz schlängelte.

30 Wagen und Fußgruppen waren vertreten, darunter Schweicher Vereine, Weinköniginnen aus der Römischen Weinstraße sowie Kinder aus der Grundschule und den Schweicher Kitas. Wie gewohnt, kommentierten Stadtbürgermeister Lars Rieger und Joachim Wagner den Festumzug in der Richtstraße. Viel Lob hatten sie für die schönen Kostüme übrig. Ob altes Handwerk, römische Geschichte oder die vielen Erntedankmotive: Die Vereine und Gruppen begeisterten die vielen Zuschauer am Straßenrand.

Traditionell wird das Schweicher Stadtfest am Samstagabend auf dem Synagogenvorplatz feuchtfröhlich eröffnet. Stadtbürgermeister Rieger ließ die Luft aus dem Bierfass, Weinkönigin Helena I. von der Römischen Weinstraße stach ein Weinfass an und kredenzte den Besuchern den Rebensaft. Auch am Samstagabend hatte der Wettergott ein Einsehen. Dabei habe es tagsüber noch 17 Liter in Schweich geregnet, wie Stadtratsmitglied Willi Thul versicherte. Im Namen des Vereins Stadtwoche Schweich, der das Fest organisert, hieß Stadtoberhaupt Rieger die Gäste aus nah und fern willkommen. „Es ist eine schöne Tradition, dass dann auch viele ehemalige Schweicher den Weg in ihre Heimat finden”, sagte er. Als Moderator Joachim Wagner berichtete, Triers OB Wolfram Leibe habe ihm kürzlich beim Smalltalk anlässlich der Benefiz-Radsportveranstaltung Vor-Tour der Hoffnung in Trier beiläufig gesagt, Schweich würde doch gut zu Trier passen, konterte Rieger: „Da können die Trierer aber lange warten, bis sie uns kriegen. Wie fühlen uns als eigenständiges Städtchen sehr wohl.”

Noch bis in den frühen Samstagmorgen hatten der Stadtbürgermeister und Akteure des Vereins „Kultur in Schweich” im Bürgerzentrum Stühle und Tische geschleppt. Dort fand am Freitagabend die große öffentliche Weinprobe statt. Sie gehört seit einigen Jahren zum festen und mittlerweile unverzichtbaren Bestandteil des Stadtfestes. Neben Weinen und Sekten von sechs Schweicher Winzern gab es ein exzellentes Fünf-Gang-Fingerfood-Menü von Küchenchef Dennis Becker aus Dortmund. Für die musikalische Umrahmung sorgte das Ensemble Saxomania, es kommentierten Herbert Becker vom Kulturverein und  Achim Rosch, Weinexperte vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR).

Rosch nahm die 180 Teilnehmer (die Probe war ausverkauft) auf eine ebenso vergnügliche wie lehrreiche Moselreise mit. Er verehrt den 2018er Wein geradezu („ein Wow-Jahrgang”) und outete sich als Fan des Schweicher Weins. Der Schweicher Annaberg sei wegen seiner Bodenbeschaffenheit eine Besonderheit unter den 540 Einzellagen der Mosel, sagte Rosch.

Helena I. (rechts), Weinkönigin der Römischen Weinstraße, lässt es sich nicht nehmen, die Gäste selbst zu bedienen. Foto: Albert Follmann
Zu den Höhepunkten des Stadtfestes gehört die Weinprobe des Vereins Kultur in Schweich im Bürgerzentrum. Foto: Albert Follmann

Auch heute, Montag, geht in Schweich die Post ab: Von 9 bis 18 Uhr ist Markttag; Schweicher Vereine unterhalten ab 17 Uhr, die Band Gloyd Lobster spielt ab 20 Uhr.

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