STADTGESPRÄCH

Der wahre Wert einer scheinbar bedeutungslosen Veranstaltung zeigt sich mitunter erst Monate später. Als eine erlesene Gästeschar am 23. Juli auf Einladung des CDU-Bundestagsabgeordneten Bernhard Kaster auf dem Schiff "Princesse Marie-Astrid" über die Mosel schipperte, machten sich Spötter über diese Fahrt lustig.

Es ging seinerzeit darum, das Projekt "Moselaufstieg" zu forcieren, was aufgrund der zuvor erfolgten Herabstufung im Bundesverkehrswegeplan wie vergebliche Liebesmüh' wirkte. In dieser Sache hat sich tatsächlich seither nicht viel bewegt. Die politischen Mehrheiten im Bund deuten nicht darauf hin, dass Kaster und seine Mitstreiter bis Mitte April kommenden Jahres, wenn im Bundestag die endgültige Entscheidung fällt, etwas zu Gunsten des "Moselaufstiegs" bewegen könnten. Aus der Bootstour hat sich jedoch etwas ergeben, das Kaster als bedeutenden Erfolg für sich verbuchen kann: Im Frühjahr 2004 wird ein ICE der Deutschen Bahn auf den Namen "Trier" getauft. Seine entsprechende Anregung an Bord der "Marie-Astrid" hat der DB-Konzernbeauftragte Gerhard Schinner in die Tat umgesetzt. Der Zug soll an vier Stellen mit dem Namen und dem Wappen der ältesten Stadt Deutschlands versehen werden und dann als Botschafter für Trier im ganzen Land fungieren. Zu klären sei nur noch die "öffentlichkeitswirksame Gestaltung des Taufaktes", ließ Schinner nun Oberbürgermeister Helmut Schröer wissen. Weder für den OB noch für Bernhard Kaster dürfte das ein Problem sein. Frank Giarra