STADTGESPRÄCH

Wenn sich eine erlesene Schar von 1500 Gästen mitten in der Woche in eine festlich herausgeputzte Großraumhalle begibt, muss etwas Besonderes im Gange sein. Und so war es am Dienstag auch beim Neujahrsempfang des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten in der Arena Trier.

Die Prominenz aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Sport, Kirche und Militär nebst diversen Großkonsulen verschiedener Länder erwies Kurt Beck und der Landesregierung ihre Referenz. Für Trier war das sicherlich ein Höhepunkt im Jahreskalender, denn erst zum dritten Mal nach 1994 und 2000 war die Stadt Schauplatz dieser Veranstaltung. Der stolze Oberbürgermeister Helmut Schröer nutzte als Hausherr die Gunst der Stunde, den Besuchern die Vorteile der Römerstadt näher zu bringen. Elegant bügelte er sogar den Fauxpas aus, den sich zuvor die Moderatorin geleistet hatte, indem sie die Konstantin-Ausstellung in diesem Jahr würdigte - wo doch jedermann weiß, dass erst 2007 das Konstantinjahr ist. Einer schüttet im Nachhinein Wasser in den Wein: UBM-Fraktionschef Manfred Maximini. Der alte Polit-Haudegen erlaubt es sich doch frech in einem Brief an den TV die Frage nach der Notwendigkeit solcher Empfänge zu stellen. "Sparfuchs" Maximini, seit Jahren wie seine Kollegen im Stadtrat gegen die riesigen Finanzlöcher ankämpfend, mäkelt an dem "kostenaufwändigen" Ereignis herum und hätte das Geld lieber "zur Lösung sozialer Probleme" verwendet. Nicht nett gegenüber einstigen Parteikollegen, immerhin war Maximini mal SPD-Fraktionsvorsitzender - aber Recht hat er. Wer brauchte etwa wirklich die Mainzer Staats-Philharmoniker? Die spielten zwar schöne James-Bond-Filmmelodien, aber das hätten die Kollegen des Trierer Theaters sicher auch gekonnt. Und die hätten zumindest keine Hotel- und Reisekosten verursacht. Wie hoch die Rechnung für das üppige Büffet mit Scampi und allerlei anderen Köstlichkeiten nebst erlesener Weine ausfallen wird, würde der Steuer zahlende Otto Normalbürger vielleicht gerne wissen. Er war aber nicht eingeladen und wird es wohl nie erfahren. Frank Giarra