STADTGESPRÄCH

Eiszeit. Trier bibbert. So mancher in der ältesten wähnt sich in der kältesten Stadt Deutschlands. Rote Nasen sind kein Privileg der Trinker mehr. In den Cafés wartet man noch länger auf heißen Tee als gewöhnlich, und bei Trierer Eisdielen-Besitzern soll die Stimmung derzeit kühl sein.

Auch die öffentlichen Kämmerer zittern. Mehr noch als die Kälte setzt ihnen die kreative Kraft des Winters zu: Welche neuen Lochmuster wird er wohl in Triers Straßen hinterlassen? Und wie sollen sie diese stopfen, wo sie doch mit denjenigen in den eigenen Kassen schon überfordert sind? Nur den Automechanikern wird warm. Ums Herz. Denn wenn die Leute durch genug Löcher rennen, erhalten selbst gedämpfte Geschäftserwartungen einen kräftigen Stoß: Neue Stoßdämpfer werden zum Renner. Da fröstelt's jeden Auto-Liebhaber. Besonders kalt war es diese Woche in Trier-Nord. Obwohl das Klima im Norden ja ohnehin besonders eisig ist, stellten die Stadtwerke dort mal eben für ein paar Stunden den Strom ab. Wohl dem, der mit Gas heizt! Dem wird schon angesichts seiner Rechnungen besonders warm. Und kalt. Und warm. Und kalt. Jetzt in ein nettes Wochenende in Spanien oder Portugal - das wär's! Schade nur, dass so viele Trierer diese Idee nach einem Blick in ihr Portemonnee auf Eis legen müssen. Kommunalpolitiker und Mitglied im RWE-Business-Club müsste man sein. Inge Kreutz

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