STADTGESPRÄCH

Mehr als 12 000 Unterschriften hat die Bürgerinitiative "Rettet das Südbad!" in kurzer Zeit gesammelt - ein beeindruckender Erfolg. Zuletzt setzten sich 1979 ähnlich viele Bürger so ein, als es um den Erhalt des Weisshauses ging.

Die Macher der BI Südbad beweisen beim Trommeln für die technisch marode Freizeitanlage Ideenreichtum. So wird unter anderem mit Kindern ein Lied einstudiert, damit es den Kommunalpolitikern und der Stadtspitze richtig in den Ohren klingt. Und für Donnerstag ist eine Demonstration durch die City geplant. Solche Aktionen bleiben natürlich nicht wirkungslos. Schon im Vorfeld der Ratssitzung am 21. Juli gackern die Verantwortlichen wie aufgeschreckte Hühner. Die Fraktionen überbieten sich mit wohlfeilen öffentlichen Worten, bekräftigen unisono, alles für das Südbad zu tun. Plötzlich hat man erkannt, dass für die Trierer offenbar nicht Arenen, Stadien oder Museen das Wichtigste sind, sondern "kleine" Dinge wie das einzige große Freibad der Stadt, in dem sich vom spielenden Piefke bis zum rüstigen Rentner tausende Menschen tummeln. Ungewohnt schweigsam gibt sich derweil die Verwaltungsspitze. Von OB Helmut Schröer ist ebenso wenig zu hören wie vom zuständigen Dezernenten Georg Bernarding. Das hat einen triftigen Grund: Nachdem das Südbad jahrelang achselzuckend links liegen gelassen wurde und sich die Probleme kumulierten, wird nun intern intensiv der Taschenrechner bemüht. Schließlich sind angesichts der massiven Bürgeraktivitäten Lippenbekenntnisse tabu und handfeste Finanzierungspläne gefragt. Hier liegt indes der Hase im Pfeffer: Woher soll das Geld kommen? Die klamme Stadt wird etwas aufbringen müssen, kann aber allein die Millionen-Investitionen nicht stemmen. Mainz hat kürzlich erst verkündet, der immense Sanierungsbedarf im ganzen Land könne nicht ansatzweise befriedigt werden. Wer sich also als Südbad-Retter profilieren will (Achtung, Wahlkampf!), wird eine intelligente Lösung ersinnen und präsentieren müssen. Frank Giarra