STADTGESPRÄCH

Sechs Wochen vor der Wahl buhlen die Landtags-Kandidaten allerorten um die Gunst des Publikums. Dabei helfen ihnen findige Werbestrategen, die für ihre Klienten stets neue Varianten ersinnen, um öffentlich Aufmerksamkeit zu erregen.

Justizminister Herbert Mertin von der FDP plagte sich etwa kürzlich im Schweiße seines Angesichts damit herum, unliebsame Graffiti zu entfernen. Da möchten andere natürlich nicht nachstehen, und so flatterte dieser Tage eine Einladung der besonderen Art ins Haus. Sozialministerin Malu Dreyer von der SPD möchte dem geneigten Volk mit Hilfe eines Gesundheitsexperten im Ramada-Hotel erklären, wie sich Schlafstörungen bekämpfen lassen. Der Hotel-Direktor könnte vor Freude gejauchzt haben und auf die Idee gekommen sein, sämtliche Betten für die Ministerin, ihren Stab und die zahlreich zu erwartenden Besucher zu reservieren. Vielleicht werden aber auch nur Sofas in den Saal gestellt, damit die Teilnehmer der mit Sicherheit hoch spannenden Diskussion ein Nickerchen halten können, falls ihnen die Vorträge doch zu langweilig werden sollten. Ach so, es geht ja um Schlafstörungen - könnte sich da nicht Malu Dreyer, die ausgeschlafene Vorzeigefrau des rheinland-pfälzischen Kabinetts, mustergültig aufs Ohr hauen? Eine ministerielle Schlafprobe für ewig müde Bürger, das wäre ein Grund für die freundlich eingeladenen Medien, über diese Veranstaltung zu berichten! Böse Zungen behaupten allerdings, es sei ein anderer Höhepunkt des Abends geplant: Mitglieder der sozialdemokratischen Stadtratsfraktion würden sich als ausgewiesene Schlafmützen präsentieren und damit das Problem der Schlafstörungen ad absurdum führen. In diesem Zusammenhang wird gemunkelt, der aus dem Fernsehen bekannte Gesundheitsexperte, Dr. Günter Gerhardt, habe intensiv mit SPD-Fraktionschef Friedel Jaeger für diesen Auftritt trainiert. Frank Giarra

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