STADTGESPRÄCH

Zum Thema des Jahres wird ohne Zweifel das Moselstadion werden. Kaum ist die Debatte über den Aus- oder Neubau eröffnet, reden sich die Kommunalpolitiker die Köpfe heiß. Sorgfältig registrieren sie jede Meinungsäußerung, um in dieser heiklen Sache einen Standpunkt zu finden.

Die zahlreichen Leserbriefe im TV zeigen, dass auch die Bürger stark interessiert sind. Da der Stadtrat die Entscheidung fällt, steht die spannende Frage im Raum, was die Fraktionen denken. Einen strategischen Nachteil muss die CDU verkraften: Als einzige Fraktion ist sie noch nicht von der Eintracht über Hintergründe informiert worden. Ein Termin im Dezember ist geplatzt, ein neuer für den 31. Januar angesetzt. Deshalb verwundert es nicht, dass Fraktionschef Berti Adams seinen Kollegen Bernd Michels, der sich weit aus dem Fenster gelehnt und die Zustimmung der Union zu einem Neubau signalisiert hatte, schleunigst zurückgepfiffen hat. Alles noch offen, lautet die Botschaft, die OB Helmut Schröer und Bürgermeister Georg Bernarding (beide CDU) irritiert haben dürfte. Immerhin treten beide für den Bau eines neuen Stadions ein. Doch nicht nur in der Union wird heftig gerungen. Während UBM-Chef Manfred Maximini seine Ablehnung bekundet, lassen Hans-Alwin Schmitz und Richard Ernser Sympathie für ein neues Stadion im Messepark erkennen. Schweigsam zeigt sich die SPD, taktisch agieren FDP und Grüne: Sie akzeptieren die Bedürfnisse der Eintracht, pochen aber darauf, dass die finanzielle Seite stimmen muss. Womit sie im Grunde nichts ausgesagt haben, denn das liebe Geld ist der Schlüssel zu allem. Frank Giarra

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