STADTGESPRÄCH

Konversion? Wat is dat dann? Ein anfangs als Unwort des Jahres verdächtiger Begriff feiert "Dienstjubiläum": Vor zehn Jahren kamen wir Trierer nicht mehr umhin, "Konversion" in unseren Sprachgebrauch aufzunehmen und den Irrglauben abzulegen, das hätte irgend etwas mit Konserven oder Konversation zu tun.

"Konversion" bedeutet Umwandlung von bisherigem Militärgelände für zivile Nutzung. In Trier eigentlich ein uralter Hut. Prominentestes Beispiel: die Porta Nigra. Die römische Torburg wurde im Mittelalter - ziviler geht's nicht - zur Kirche umfunktioniert. Die neuzeitliche Konversion ging anno 1996 in die Vollen. Damals übernahm die Stadt das zuvor von den Franzosen genutzte riesige Kasernengelände Castelforte (Trier-Nord) und die "Trier Family Housing Area" der US-Streitkräfte auf der Bausch. Zehn Jahre später kann man feststellen: beides gut gelungen. Auf Castelforte-Gelände entstanden viele Arbeitsplätze und die Großraumhalle "Arena", in den Ex-Ami-Häusern und in den Neubauten auf der Bausch lässt sich gut und naturnah leben. Auch in anderen Stadtteilen wurde kräftig und erfolgreich konvertiert. Siehe Petrisberg. War also nicht ganz abwegig, sich an das Wort Konversion zu gewöhnen. Roland Morgen

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