Infrastruktur : An acht Kreuzungen werden Autos gezählt

Der Ausbau der Straße in den Schlimmfuhren in Schweich ist nur förderfähig, wenn sie als wichtige Durchgangsverbindung eingestuft wird.

Die Zentrale des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in Koblenz fordert von der Stadt Schweich Daten, die Rückschlüsse auf die aktuelle und künftige Verkehrsnutzung ermöglichen. Die Resultate von Verkehrszählungen und -berechnungen benötigt der LBM als Entscheidungsgrundlage. Es geht darum, ob der geplante Durchstich vom Schulzentrum (Dietrich-Bonhoeffer-Straße) bis zur Kreuzung Isseler Straße (Autohaus Steffgen) mit Kreiselanschluss an die Isseler-Straße förderungsfähig ist oder nicht. Zur Gesamtmaßnahme in diesem Bereich gehört auch der Bau eines Kreisels am Knotenpunkt Bernhard-Becker-Straße/Isseler Straße (der TV berichtete).

In der jüngsten Stadtratssitzung erläuterte Stadtbürgermeister Lars Rieger die Ausgangssituation: Der LBM verlange den Nachweis, dass die neue Straße an den Schlimmfuhren so wichtig sei, dass sie das vorhandene Straßennetz entlaste. Im Umkehrschluss bedeutet das: Wenn die Bernhard-Becker-Straße als Parallelstraße nicht in der Lage ist, den wachsenden Verkehr aufzunehmen, dann ist die neue Straße legitimiert und kann entsprechend mit Landesmitteln gefördert werden. Dazu Rieger: „Ohne Förderung würden drei Millionen Euro an der Stadt hängenbleiben. Das können wir uns nicht leisten, also wäre das Projekt dann nicht umsetzbar.”

Die Gesamtmaßnahme kostet voraussichtlich mehr als fünf Millionen Euro. Mit einer Förderung von 50 bis 70 Prozent kann die Stadt rechnen. Allerdings nur, wenn der LBM grünes Licht gibt. Der Stadtrat war sich einig, dass das Planungsbüro Boxleitner (Trier) die geforderten Verkehrsuntersuchungen übernehmen soll. Angereichert mit den daraus resultierenden Daten soll der Straßennutzungsplan dann dem LBM erneut zur Prüfung vorgelegt werden.

Geplant ist, nach den Sommerferien mit einer Verkehrszählung zu beginnen. Erhebungen soll es an folgenden Knotenpunkten geben: an den Kreiseln Ermesgraben und VG-Verwaltung sowie an den Kreuzungen Schlimmfuhren/Isseler Straße, Bernhard-Becker-Straße/Isseler Straße, Isseler Straße/Brückenstraße und Stefan-Andres-Straße/Bonhoeffer-Straße.

Die neue Strecke in den Schlimmfuhren soll in eine Verkehrssimulation einbezogen werden. Unter Berücksichtigung von lokalen Sonderentwicklungen und einer landesweiten Verkehrsmatrix werden die Zahlen bis zum Jahr 2030 hochgerechnet. Letztlich können die Planer dadurch ablesen, auf welchen Strecken mehr beziehungsweise weniger Verkehr herrschen wird.

Jetzt geht es darum, rechnerisch nachzuweisen, dass sich das Verkehrsaufkommen erhöhen wird und sowohl die Bernhard-Becker-Straße als auch die Straße In den Schlimmfuhren Durchgangsverkehre aufnehmen. Dann wären beide Verbindungen grundsätzlich förderfähig.