Infrastruktur : Schweich bietet mehr für Sport und Spiel

Im Moselvorland werden im Frühjahr Beachvolleyballplätze angelegt. Im Uhlengarten sollen künftig alle Generationen Spaß haben.

Das Ungeheuer von Loch Ness schafft es mit ziemlicher Regelmäßigkeit in die Schlagzeilen, auch wenn es in Wirklichkeit nicht existiert. Ähnlich verhält es sich mit der Diskussion um Freizeiteinrichtungen am Schweicher Moselufer, Nähe Fährturm. Ein kleiner Stadtpark, Spielgeräte, eine Zone zum Grillen und Relaxen – in vielen Variationen kocht das Thema immer wieder in der Stadtpolitik hoch. Die Medien berichten darüber. Passiert ist freilich bis heute gleich null.

Umso erstaunlicher ist, dass der Stadtrat am Donnerstagabend in Minutenschnelle dem Antrag der Freien Wählergruppe (FWG) auf die Errichtung von Beachvolleyballplä­tzen im Moselvorland einhellig zugestimmt hat. Seit Jahrzehnten sei man nun schon mit dem Moselvorland „am Herumdoktern”, sagte FWG-Chef Johannes Lehnert. Nun solle endlich dort was passieren. Lehnert: „Was in kleineren Orten selbstverständlich ist und intensiv genutzt wird, sollten wir auch Bürgern in der Stadt Schweich ermöglichen.” Schon im Frühjahr sollen die Volleyballplätze unter Beteiligung von Jugendlichen angelegt werden. Über Details berät der Sozialausschuss. Dies sei ein begrüßenswerter erster Schritt zur Belebung des Moselvorlands, sagte CDU-Fraktionssprecher Jonas Klar. Und auch Achim Schmitt von der SPD ist dafür, dass im Haushaltsplan Geld für die Beachvolleyballfelder eingestellt wird. Er möchte allerdings geklärt haben, ob die Plätze eventuell wegen des geplanten Neubaus der Moselbrücke weichen müssen und wer in diesem Fall für die Neuanlegung aufkommt.

Auch mit einem anderen Antrag rannte die FWG offene Türen ein: Der Spielplatz Uhlengarten soll zu einem Mehrgenerationenspielplatz erweitert werden. Vorbild sei die Einrichtung in Longuich, sagte Lehnert. Durch den Ausbau an der Nahtstelle zwischen Alt-Schweich sowie Richt- und Oberstiftstraße werde dieser Bereich aufgewertet. Lehnert: „Damit präsentieren wir Schweich als familien- und kinderfreundliche Stadt, die sich einem aktiven Gemeindeleben für alle Altersgruppen verpflichtet fühlt.” Jonas Klar (CDU) signalisierte ein „grundsätzliches Ja”. Allerdings solle geprüft werden, was im Falle eines Umbaus mit dem Bolzplatz passiere. Wie beim Beachvolleyballfeld sollen auch hier Details im Sozialausschuss geklärt werden.

Weiterhin beschloss der Rat, den Platz vor der Pfarrkirche St. Martin ansprechender zu gestalten. Unter anderem soll die Sitzgruppe am Spieles-Kreuz erneuert werden; auch eine Begrünung ist geplant. Die Sitzgruppe sei am Durchrosten und gebe kein schönes Erscheinungsbild ab, sagte Stadtbürgermeister Lars Rieger. Die Neugestaltung des Kirchenumfelds ist Teil des Förderprogramms Ländliche Zentren. 40 000 Euro sind dafür im Haushalt eingestellt.

Der Spielplatz „Uhlengarten” soll nach Longuicher Vorbild zum Mehrgenerationenspielplatz erweitert werden. Foto: Albert Follmann

An der Steuerschraube möchte der Stadtrat nicht drehen. Die Hebesätze für die Grundsteuer A (300 Prozent) sowie die Grundsteuer B und die Gewerbesteuer (jeweils 400 Prozent) bleiben für das Jahr 2020 unverändert. Eine Anhebung von zehn Euro beschloss der Stadtrat bei der Hundesteuer. Für den ersten Hund sind künftig 80 Euro zu zahlen, für den zweiten Hund 110 Euro und für jeden weiteren Hund 160 Euro. Die Jahressteuer für gefährliche Hunde steigt um 50 Euro auf 1000 Euro. An Grundsteuern A und B sowie der Gewerbesteuer nimmt die Stadt 2019 voraussichtlich rund drei Millionen Euro ein.

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