Stadtrat Trier: Aus für das Baugebiet Brubacher Hof

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Das seit zwei Jahrzehnten geplante Baugebiet Brubacher Hof ist Geschichte. Dank der neuen Mehrheitsverhältnisse im Trierer Stadtrat hat in der ersten Arbeitssitzung der neuen Wahlperiode ein überraschend eingereichter Antrag der Freien Wähler gegen das Projekt die erforderliche Mehrheit der Stimmen erhalten.

Auch der intensive Appell des Stadtvorstands verhinderte nicht das Aus der in der vergangenen Wahlperiode beschlossenen Entwicklungsmaßnahme Brubacher Hof. Auf der 30 Hektar großen Fläche sollten in den kommenden zehn Jahren Wohnungen für mehr als 2000 Menschen entstehen.

Wegen der Nähe zum Naturschutzgebiet Mattheiser Wald und wegen der verkehrlichen Erschließung über nur eine Straße hatte es von Beginn an Protest von Naturschutzverbänden sowie von Bürgern aus Mariahof und Heiligkreuz gegeben.

Grüne und AfD hatten sich im Vorfeld der Ratssitzung mit ähnlich lautenden Anträgen gegen das Projekt gerichtet, das nach Auskunft der Stadtverwaltung enorme Bedeutung für die Schaffung bezahlbaren Wohnraums in Trier hat. Für viele überraschend haben die Grünen ihren Antrag zurückgezogen, nachdem Ingrid Moritz (Freie Wähler) mündlich einen weiterreichenden Antrag gestellt hatte.

Die Entscheidung im Rat wurde nach einer intensiven und auch zeitweise emotionalen Debatte getroffen. Hier der Inhalt des Antrags:

1. Die Stadtverwaltung stellt alle Arbeiten an der Planung, die zu einer Bebauung der Brubacher Flur führen würden, unverzüglich ein.

2. Die Entwicklungssatzung Brubacher Hof wird aufgehoben.

3. Die Stadtverwaltung legt dem Stadtrat zeitnah die Vorgehensweise zum weiteren Verfahren vor mit dem Ziel, zeitnah bezahlbaren Wohnraum in der Stadt Trier zu schaffen.

Grundlage dafür sind:

Herbeiführung eines Konsenses zwischen Rat und Verwaltung in der Frage über die erwartende und zugleich als Leitziel erwünschte zukünftige Einwohnerzahl der Stadt Trier.

Die Prüfung von Aufsattelungen (Bestandsgebäude um weitere Stockwerke ergänzen).

Prüfung der Entwicklungsgebiete insbesondere der Bereich Jägerkaserne sollen bevorzugt sozialen Bauträgern überlassen werden.

Dem Antrag stimmten 28 Ratsmitglieder zu – 13 Grüne; 4 LInke; 4 AfD; 3 UBT; 3 CDU; 1 Freie Wähler). 23 Ratsmitglieder stimmten dagegen – 11 SPD; 8 CDU; 3 FDP; 1 Stadtvorstand. Ein Mitglied der CDU enthielt sich der Stimme.

AfD-Fraktionssprecher Michael Frisch hatte sich zwar über das taktische Manöver von Bündnis 90/Die Grünen empört, die den Antrag der Freien Wähler initiiert habe, um nicht über einen Antrag der AfD entscheiden zu müssen. „Das ist ein erbärmliches und unwürdiges Spiel. Wir werden dennoch den Weg frei machen für die Rettung von Brubach.“

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