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Handel
Am Donnerstag doch keine Entscheidung in Sachen Globus im Stadtrat Trier

 Noch ist das Grundstück eine Schutthalde: Der Edeka-Markt soll aus der Schöndorfer Straße auf das Areal Schönbornstraße/Güterstraße umziehen. Auch der Erzeugergroßmarkt Trier ist davon betroffen. Er will allerdings am Standort bleiben.
Noch ist das Grundstück eine Schutthalde: Der Edeka-Markt soll aus der Schöndorfer Straße auf das Areal Schönbornstraße/Güterstraße umziehen. Auch der Erzeugergroßmarkt Trier ist davon betroffen. Er will allerdings am Standort bleiben. FOTO: Rainer Neubert
Trier. Das Thema Globus ist von der Tagesordnung des Stadtrats abgesetzt. Das geplante Nahversorgungszentrum an der Schönbornstraße bietet dennoch Anlass für kontroverse Diskussionen. Von Rainer Neubert
Rainer Neubert

Der Stadtrat Trier trifft sich am Donnerstag ab 17 Uhr zu seiner vorletzten Sitzung vor den Kommunalwahlen. Das Thema Globus wird dann, anders als ursprünglich geplant, nicht auf der Tagesordnung stehen. Die notwendige Beratungsvorlage sei noch nicht fertig, begründete Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) vor den Mitgliedern des Steuerungsausschusses am Donnerstagabend diesen Schritt. „Nach Vorgesprächen mit der Aufsichtsbehörde haben wir uns dazu entschieden, uns mehr Zeit zu nehmen, um alles gut vorzubereiten. Wir haben keinen Zeitdruck.“

Konkret geht es darum, ob der Stadtrat dem Antrag für ein Zielabweichungsverfahren bei der Aufsichtsbehörde SGD Nord zustimmt. Nur mit deren Genehmigung kann der konkrete Planungsprozess für das vor allem von Trierer Einzelhändlern kritisch bewertete großflächige Ansiedlungsprojekt der saarländischen Globus-Gruppe in Trier-Euren beginnen. Neben dem Handelsverband Region Trier hat auch Bundestagsabgeordneter Andreas Steier (CDU) dafür plädiert, die Diskussion über Globus und die ebenfalls geplante Änderung des Einzelhandelskonzepts erst nach der Kommunalwahl am 26. Mai zu führen. „Es ist nicht zielführend, davor Fakten zu schaffen.“

Ob die Stadtverwaltung die Vorlage für das vom Stadtvorstand unter Vorsitz des Oberbürgermeisters gewünschte Zielabweichungsverfahren in der letzten Sitzung des amtierenden Stadtrats am 17. April zur Abstimmung bringen wird, ist noch nicht klar. Das deutlich liberalere Einzelhandelskonzept wird aber definitiv nach der Kommunalwahl im neu formierten Rat diskutiert. Das hat Wolfram Leibe bereits vor einigen Wochen angekündigt. Die Stadt – so sieht es der Entwurf vor – soll in Zukunft aktiv bei der Akquise von besonders attraktiven Geschäften mitwirken. In besonderen Fällen sollen dafür Standorte außerhalb des Zentrums für innenstadtrelevante Angebote genutzt werden.

Kein neues Einzelhandelskonzept ist für die Genehmigung des Nahversorgungszentrums notwendig, das auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs im Bereich Schönbornstraße/Güterstraße entstehen soll, das zum Stadtteil Kürenz gehört. Eigentümer ist die Triwo-Unternehmensgruppe. Die wesentlichen Veränderungen im Vergleich zur ursprünglichen Planung aus dem Jahr 2015 sind in der vergangenen Woche im Bauausschuss und den Ortsbeiräten Trier-Nord, Kürenz und Mitte-Gartenfeld diskutiert worden.

Das ursprüngliche „Ziel-3-Zentrum“, zu dem auch ein Drogerie- und ein Discount-Markt gehörten, wurde auch wegen der Ansiedlungen auf dem Petrisberg reduziert. Nachdem auch der Betreiber des Nahkauf-Marktes im Gartenfeld sich aus privaten Gründen gegen eine Umsiedlung entschieden hat, ist nun die Umsiedlung des Edeka-Marktes von der Schöndorfer Straße vorgesehen. Der soll von 1700 auf 2200 Quadratmeter wachsen und in einem dreigeschossigen Neubau unterkommen, in dessen Obergeschosse Büros und eine Bankfiliale vorgesehen sind. Die Zufahrt soll von der Schönbornstraße und eine neuen Erschließungsstraße erfolgen, die im südlichen Bereich der Güterstraße abzweigt (siehe Grafik).

Obwohl nur eine geringfügig höhere Verkehrsbelastung auf den Zufahrtsstraßen vorgesehen ist, wird das Projekt vor allem im Gartenfeld kritisch gesehen. „Die Verlagerung von Edeka um 150 Meter bringt Kürenz keine Verbesserung, uns aber mehr Verkehr“, sagt Dominik Heinrich (Bündnis 90/Die Grünen), Ortsvorsteher von Trier-Mitte/Gartenfeld. Einstimmig hat dieser Ortsbeirat am Mittwoch das Projekt abgelehnt. Einstimmig dafür sprach sich einen Tag danach der Ortsbeirat Kürenz aus. Ortsvorsteher Bernd Michels (CDU): „Die Verkehrsproblematik ist da, aber beherrschbar.“ Mehrheitlich zugestimmt hat auch der Ortsbeirat Trier-Nord, der ebenfalls am Mittwoch getagt hat. Entscheidend für den Beginn der konkreten Vorarbeiten für einen Bebauungsplan ist nun das Votum des Stadtrats am kommenden Donnerstag.

Was nach dem Umzug von Edeka mit dem denkmalgeschützten roten Backsteingebäude an der Schöndorfer Straße passieren soll, ist noch nicht klar. Gewerbliche Nutzung, aber kein Einzelhandel, keine Spielcasinos und keine Bordelle ist im Beschlussvorschlag vermerkt. Bezug genommen wird dabei ausdrücklich auf das aktuell geltende Einzelhandelskonzept.

 Noch ist das Grundstück eine Schutthalde: Der Edeka-Markt soll aus der Schöndorferstraße auf das Areal Schönbornstraße/Güterstraße umziehen. Auch der Erzeugergroßmarkt Trier ist davon betroffen. Fotos: Rainer Neubert
Noch ist das Grundstück eine Schutthalde: Der Edeka-Markt soll aus der Schöndorferstraße auf das Areal Schönbornstraße/Güterstraße umziehen. Auch der Erzeugergroßmarkt Trier ist davon betroffen. Fotos: Rainer Neubert FOTO: Rainer Neubert
 Noch ist das Grundstück eine Schutthalde: Der Edeka-Markt soll aus der Schöndorferstraße auf das Areal Schönbornstraße/Güterstraße umziehen. Auch der Erzeugergroßmarkt Trier ist davon betroffen. Fotos: Rainer Neubert
Noch ist das Grundstück eine Schutthalde: Der Edeka-Markt soll aus der Schöndorferstraße auf das Areal Schönbornstraße/Güterstraße umziehen. Auch der Erzeugergroßmarkt Trier ist davon betroffen. Fotos: Rainer Neubert FOTO: Rainer Neubert
 Nahversorgungszentrum Schönbornstraße
Nahversorgungszentrum Schönbornstraße FOTO: TV / Scheidweiler, Jonas