Stadtrat will in Tarforst Ganztagsschule einrichten

Stadtrat will in Tarforst Ganztagsschule einrichten

Geht es nach dem Willen der Stadt Trier, dann wird an der Grundschule Tarforst zum Schuljahr 2013/14 eine Ganztagsschule in Angebotsform eingerichtet. Die FDP-Stadtratsfraktion sieht dadurch das bewährte Betreuungsmodell gefährdet.

Trier. Bisher organisiert die Elternschaft der Grundschule Tarforst an allen Schultagen bis 15 Uhr eine Betreuung einschließlich Mittagessen von einer Catering-Firma. Ob dieses Angebot bestehen bleibt, wenn ab 2013/14 eine Ganztagsschule eingerichtet wird, ist fraglich. Der Nachmittagsunterricht soll dann bis 16 Uhr dauern, allerdings nur montags bis donnerstags.
Lösung fürs Raumproblem?


FDP-Fraktionssprecher Karl-Josef Gilles sagte in der jüngsten Stadtratssitzung: "Die GTS ist überflüssig und unwirtschaftlich, da eine bedarfsgerechte Betreuung durch die Eltern bereits existiert. Der Steuerzahler würde also in Tarforst kräftig draufzahlen, während andernorts ein Ganztagsangebot dringend nötig wäre." Die meisten Eltern seien nach wie vor gegen eine GTS, deren Hauptgrund die Lösung des Raumproblems sei.
Die 2009 eingeweihte Grundschule ist nur auf zwei Klassen pro Jahrgangsstufe ausgelegt, tendiert aber klar zur Dreizügigkeit. Bei einer Umwandlung in eine GTS winken Landeszuschüsse für zwei zusätzliche Räume. Den ersten Antrag vor einem Jahr lehnte das Ministerium ab.
Elisabeth Dressel (CDU) sprach sich für den zweiten Anlauf aus. Immerhin hätten diesmal die Eltern von 56 Schülern ihr Interesse an einer GTS bekundet. Dressel unterstrich die Forderungen, an die der Ortsbeirat Tarforst seine Unterstützung des Antrags geknüpft hatte. So soll etwa das freiwillige Betreuungsangebot fortbestehen.
Aus Sicht von Tobias Schneider (FDP) ein vergeblicher Wunsch: "Es ist doch Unsinn, vom Fortbestand der Betreuung durch die Eltern auszugehen, wenn eine GTS kommt." Auch Hermann Kleber (FWG) äußerte Bedenken: "Eine freiwillige Elterninitiative wird ausgebremst, das ist ein Schönheitsfehler. Dennoch ist die GTS insgesamt die bessere Lösung."
"Das ist kein Zwang"


Gerd Dahm (Grüne) betonte, die GTS in Angebotsform müsse nicht von allen Eltern gewollt werden: "Das ist kein Zwang. Zudem ist ein qualifiziertes Ganztagsangebot etwas anderes als eine betreuende Grundschule." Den Eltern, die die GTS ablehnten, gehe sie nicht weit genug, weil sich am Freitagnachmittag eine Lücke auftue. Tatsächlich war dies einer der Gründe, warum viele Eltern einer Einführung der GTS schon vor einem Jahr kritisch gegenüberstanden.
Angesichts der Wortgefechte zwischen Grünen und FDP kommentierte Katrin Werner (Die Linke): "Was wäre uns an Unterhaltungswert entgangen, wenn das Ampelbündnis nicht geplatzt wäre? Solche Debatten kann man von mir aus am Biertisch oder im Ausschuss führen."
Der Rat votierte bei drei Gegenstimmen der FDP mit klarer Mehrheit, den Antrag auf eine GTS dem Ministerium vorzulegen. Bei grünem Licht aus Mainz wird die Ausgabeküche entsprechen ausgestattet.Extra

Welche baulichen Änderungen die Einrichtung einer GTS nach sich zieht, ist noch offen. Bürgermeisterin Angelika Birk: "Laut Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion stehen uns zwei Räume zu. Ob wir das machen, entscheidet der Rat." Für den städtischen Anteil am Mittagessen rechnet die Stadt bei 100 teilnehmenden Schülern mit jährlichen Kosten von 25 000 Euro (1,63 Euro pro Essen). cus