Stadtteil bangt um sein Budget für 2012
Der Stadtteil Trier-Kernscheid findet im Gesamtfinanzhaushalt der Stadt 2012 keine Erwähnung. Der Ortsbeirat bedauert dies sehr, findet sich jedoch damit ab, dass anderes nicht zu erwarten gewesen sei.
Trier-Kernscheid. Einer der kleinsten Trierer Stadtteile, Trier-Kernscheid, kommt im geplanten Haushalt der Stadt Trier für 2012 nicht vor. Da sehen die Kernscheider nur die Möglichkeit, sich über das Ortsbeiratsbudget ins Gespräch zu bringen. Obwohl Ortsvorsteher Horst Freischmidt (CDU) anderes gehört haben will , hofft man auf der Trierer Höhe, dass die bisherigen 15 800 Euro Eigenmittel im Jahr nicht ab 2012 dem Rotstift zum Opfer fallen. 10 000 Euro könnten nach dem Willen des Rates in der Sitzung für investive Zwecke, der verbleibende Rest von 5800 Euro für konsumtive Dinge ausgegeben werden. Sollte das Budget für die Ortsbeiräte tatsächlich heruntergefahren werden (Freischmidt spricht von einer möglichen Reduzierung von 459 000 auf 250 000 Euro), wird das Verhältnis von investiven zu konsumtiven Ausgaben dennoch gewahrt bleiben, beschlossen die Ratsmitglieder einstimmig in der Mehrzweckhalle Kernscheid.
Die mutmaßlich in der Verwaltung kursierenden Pläne wären für den Kernscheider Ortschef und seinen Rat "ein heftiger Eingriff in die kommunale Selbstverwaltung". Da könne er sich ganz andere Felder zum Sparen vorstellen: So könnte man etwa auf die "Käfige" im Moselstadion für Hooligans oder auf die eine oder andere "Prachtallee" verzichten. Besonders schmerzt die Kernscheider, dass im neuen Haushalt vom Kunstrasenplatz in Trier-Irsch offenbar nichts mehr zu lesen ist.
Kunstrasenplatz gestrichen
Dabei hatte man gehofft, 2012 mit den Planungen zu beginnen und 2013 fertig zu werden. Die Streichung des Kunstrasenplatzes "sollten wir uns nicht ohne weiteres gefallen lassen", gibt sich Freischmidt kämpferisch. Mit dem Oberbürgermeister werde es ein Gespräch in dieser Sache geben.
Ein etwas rosigeres Bild zeichnet sich für das laufende Jahr ab, wo noch Mittel zur Verfügung stehen. Die sollen wie folgt ausgegeben werden:
4000 Euro für eine neue Zufahrt zur Mehrzweckhalle; 2 850 Euro für ein kleines Tor als Begrenzung zwischen Kindergarten und Straße und weitere 1500 Euro (zu bereits beschlossenen 2500 Euro) für eine Behindertenrampe am Kindergarten, der bei Wahlen auch als Wahllokal genutzt wird.
Auch bei der Übersicht über die Vorschläge zum Bürgerhaushalt 2012 fehlt der kleine Stadtteil: Ein Vorschlag aus oder für Kernscheid gebe es diesmal nicht, sagte der Ortsvorsteher. Beim letzten Mal habe es immerhin noch sieben Vorschläge gegeben. LH