Stadtteil-Kneipe weicht Wohnhaus

Stadtteil-Kneipe weicht Wohnhaus

Die zuletzt leerstehende Gaststätte Zum Herrenweiher in Heiligkreuz ist im Herbst abgerissen worden. An ihrer Stelle lässt die Triererin Ingrid Kostka derzeit für ihre Stiftung ein Wohn- und Geschäftshaus mit einer Fläche von 300 Quadratmetern errichten. Die Mieteinnahmen sollen Kindern in Not zugutekommen.

Trier. Die Kreuzung Rotbachstraße/An der Ziegelei in Heiligkreuz dürfte besonders den alteingesessenen Anwohnern positiv in Erinnerung sein, einige in melancholische Stimmung versetzen. Bis vor wenigen Monaten stand hier die Gaststätte Zum Herrenweiher. Lange Jahre war sie ein Mittelpunkt des gesellschaftlichen Treibens in Heiligkreuz, musste nach mehreren Pächterwechseln jedoch 2013 endgültig schließen.
Für Eigentümerin Ingrid Kostka, die sich mit der von ihr und ihrem Mann gegründeten Ernst-und-Ingrid-Kostka-Stiftung für Kinder in Not einsetzt, kein leichter Schritt, wie sie sagt. "Es war meine Lieblingsgaststätte. Aber wir haben leider keinen vielversprechenden Pächter gefunden." Weil die Bausubstanz ohnehin marode gewesen sei, habe sie sich für einen Abriss entschieden, berichtet die 83-Jährige: "Da waren einige Heiligkreuzer nicht froh mit mir." Anschließend gab Kostka den Bau eines mehrstöckigen Wohn- und Geschäftshauses in Auftrag. Auf einer Gesamtfläche von 300 Quadratmetern sollten fünf Einheiten für Wohnungen und Büroräume entstehen. Kostenpunkt: knapp 2,5 Millionen Euro.
Kurz vor Weihnachten feierte die Bauherrin mit allen Handwerkern und Helfern Richtfest, im Sommer soll das Gebäude eingeweiht werden. "Es wird der Stiftung übertragen, und die Miet einnahmen kommen Projekten für hilfsbedürftige Kinder zugute", sagt Thomas Rosenbaum, Vorstandsmitglied der Stiftung. Auch ein neues Stiftungsbüro wird in den dreistöckigen Neubau einziehen. Ingrid Kostka, die selbst keine Kinder hat, blickt voller Zufriedenheit in die Zukunft. Mit den neu gewonnenen finanziellen Mitteln will sie weiter mit der Villa Kunterbunt und mit dem Verein Nestwärme kooperieren und auch einzelne kranke und sozial schwache Kinder in der Region betreuen. "Die Not der Kinder ist auch in Trier groß", sagt Kostka, "man muss nur hinter die Gardinen schauen."
Extra

Ingrid Kostka gründete 2003 die Ernst-und-Ingrid-Kostka-Stiftung, die noch von ihrem verstorbenen Ehemann Ernst miterdacht wurde. Das Paar leitete seit der Nachkriegszeit einen Vertrieb von Spielautomaten und beschloss, sein Vermögen für Kinder in Not einzusetzen. Seitdem engagiert sich die Stiftung in Großprojekten wie dem Erhalt des Waldstadions, Gewaltpräventionen an Schulen und Ferienausflügen für Schüler und bietet auch in vielen Einzelfällen Hilfe für benachteiligte Kinder an. at