1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Stadttheater Trier bekommt drei Proben-Bühnen im ETP Grüneberg

Theater Trier : Drei Probebühnen für das Stadttheater Trier – Warum sich die Menschen in der Region über das 13 Millionen Euro-Projekt freuen dürfen

Mit der neuen Theaterwerkstatt ist ein Meilenstein für auf dem Weg zur Sanierung des Stadttheaters geschafft. Mit dem Neubau von drei Proben-Bühnen steht der nächste bevor. Warum das kein Luxus ist.

Ein großes Bauschild am nördlichen Ende des Energie- und Technikparks (ETP) der Stadtwerke zeigt, wie das einzige Neubauprojekt in dem energieneutralen Gewerbegebiet am Kürenzer Grüneberg aussehen wird. Mit den grünen und grauen Fassadenkacheln wird es sich optisch den restaurierten Altgebäuden im Quartier angleichen. Dennoch werden die 2131 Quadratmeter umbauten Raumes in dem riesigen Gebäude für das Stadttheater Trier einen mächtigen Sprung in die Zukunft bedeuten.

„Die drei Proben-Bühnen, die hier entstehen, sind kein Luxus“, macht Kulturdezernent Markus Nöhl bei der Vorstellung des Großprojekts deutlich. „Wir bringen damit das Theater auf den Stand der Zeit, um ganz normal arbeiten zu können.“

Insgesamt neun bis zwölf Millionen Euro investiert die Stadtwerke Trier AöR, ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadt Trier, in den Neubau, mit dem im Frühjahr begonnen werden soll. Wie bei der benachbarten Theaterwerkstatt wird die Kommune Mieter der Immobilie. Wie hoch die Miete sein wird, verrät Nöhl nicht. Das sei Vertragsgeheimnis.

Klar ist dennoch, dass es mit den Stadtwerken als Bauherren günstiger ist und vor allem schneller umgesetzt werden kann. Denn in der Verwaltungsvorlage für den Grundsatzbeschluss für die Sanierung des Stadttheaters aus dem Jahr 2018 sind Kostenprognosen nachzulesen. Demnach hätte der Bau der mit 1800 Quadratmeter etwa gleich großen Theaterwerkstätten die Stadt nach damaliger Kalkulation etwa 4,8 Millionen Euro gekostet. Die jährlichen Mehrkosten für die Miete wurden damals mit 15.600 Euro beziffert. Gleichzusetzen mit dem Projekt Proben-Bühnen ist das allerdings nicht, da es sich dabei um einen Neubau handelt.

Der Bauantrag dafür sei gestellt, verrät der Kulturdezernent. So schnell wie möglich werde mit dem Bau begonnen. „Wir hoffen, dass wir nach zwei Jahren Bauzeit im Frühjahr 2025 einziehen können.“ Für die Bereiche Tanz, Oper und Schauspiel wird dann jeweils ein großer Probenraum zur Verfügung stehen, dessen Dimensionen denen der Hauptbühne des Stadttheaters entspricht. Die Räume werden schalltechnisch voneinander abgeschirmt, damit ungestörtes Proben möglich ist. In dem neuen Komplex wird außerdem die Theaterschneiderei mit ihrem vollständigen Fundus einziehen.

Theaterintendant: „Wir steigern in Trier die Effizienz. Und Effizienz ist kein Luxus.“

Intendant Manfred Langner ist von dem Projekt Proben-Bühnen ebenso begeistert wie von der bereits fertiggestellten Theaterwerkstatt in der Nachbarschaft. „Das sind gewaltige Schritte für das Theater“, macht er klar. „Wir steigern die Effizienz, und Effizienz ist kein Luxus.“ Durch die an einem Standort zusammengeführten Proben-Bühnen werde vor allem Bühnenzeit gespart. „Bislang haben wir nur 100 Quadratmeter Probenfläche. Wie soll da etwas Vernünftiges entstehen?“ Zwei bis drei Wochen müsse bei den großen Produktionen von Schauspiel, Oper und Tanz auf der Hauptbühne des Stadttheaters geprobt werden. „Dank der Proben-Bühnen, auf denen wir mit den Originalkulissen proben können, werden 20 bis 25 Publikumsvorstellungen mehr möglich sein. Dieses Projekt verschafft uns Zeit. Und in diesem Fall ist Zeit tatsächlich Geld.“

Lediglich das Orchester werde nicht im ETP proben. Nach der Sanierung des Stadttheaters soll es laut Langner dort einen eigenen Probenbereich bekommen. Auf der Hauptbühne dort werden dann pro Stück nur wenige gemeinsame Proben mit den Sängern oder Tänzern vor den Premieren notwendig sein.

Energieneutraler Neubau für das Theater Trier im Gewerbegebiet ETP

Christian Reinert, Geschäftsführer des SWT-Immobilienbereichs, betont, der einzige Neubau im Energie- und Technikpark am Grüneberg werde sich wie alle anderen Gebäude in dem energieneutralen Gewerbegebiet durch CO2-Neutralität und nachhaltige Baustoffe auszeichnen. „Wir werden auch hier viel Holz verwenden und einen energetisch hochwertigen Neubau errichten.“ Die noch große Spanne bei den Investitionskosten begründet er mit der Unsicherheit im Bausektor und bei den Baustoffpreisen. Die Bodenplatte der bereits abgerissenen Halle in dem Bereich der zukünftigen Proben-Bühnen werde für den Neubau genutzt. Das spare Bauzeit. Reinert: „Wir werden hier im ETP am Ende 3600 Quadratmeter Gelände für die Kultur bereitgestellt haben.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Entwürfe und Fotos der geplanten Probebühnen für das Stadttheater Trier