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Stadtverwaltung sperrt Mäusheckerhalle

Stadtverwaltung sperrt Mäusheckerhalle

Schock vor dem Schulstart: Die Stadtverwaltung hat die Mäusheckerhalle am Freitag mit sofortiger Wirkung gesperrt. Erst nach mehrfachen Anfragen nimmt das Rathaus am Abend Stellung. Die Sperrung hat massive Auswirkungen auf den Schul- und Vereinssport.

Trier. "Die Halle am Mäusheckerweg ist ab sofort vollständig gesperrt. Wir bemühen uns, für alle Nutzer eine Ausweichmöglichkeit zu organisieren." Diese Nachricht erhält Otmar Passiwan, der Präsident des Rollstuhlbasketballclubs Dolphins Trier. am Freitagmittag um 12.19 Uhr per E-Mail. Die Botschaft stammt von Helga Schneider-Gräfer, der Leiterin des Amts für Schulen und Sport der Stadt Trier. Einen Grund für die Sperrung nennt sie darin nicht, bittet den Empfänger aber, sie anzurufen.
"Baustatische Probleme"


Passiwan ruft an und wird informiert, es gebe "baustatische Probleme" in der Mäusheckerhalle, die eine sofortige Sperrung erforderten. "Das bedeutet für uns massive Probleme im Trainings- und Spielbetrieb", sagt der Präsident im Gespräch mit dem TV. Für die Dolphins soll am 4. Oktober die neue Bundesligasaison beginnen - mit einem Heimspiel gegen die Red Devils Kaiserslautern. "Ohne die Mäusheckerhalle sind Heimspiele unmöglich, das ist ein riesiges Problem", sagt Passiwan. Ausweichmöglichkeiten gebe es nicht. Bereits ihren früheren Spielort, die Wolfsberghalle, hatten die Dolphins im Sommer 2013 wegen Baumängeln räumen müssen (der TV berichtete).
Für den Schulsport ist die ruckartige Sperrung nicht weniger gravierend. Das Friedrich-Spee-Gymnasium (FSG) und die Realschule plus Ehrang nutzen die Mäusheckerhalle, beide Schulen müssen sich am Montag wohl umorientieren. Die Schulleiter Karl-Josef Hammann (FSG) und Marita Wenz (Realschule plus) sind am Freitag nicht erreichbar. Eine offizielle Begründung für die Sperrung liefert die Verwaltung auf Anfrage des TV zunächst nicht. "Die Sperrung erfolgt aus Sicherheitsgründen", sagt Schul- und Sportamtsleiterin Schneider-Gräfer gegen 17 Uhr. "So wurde es mir vom Bauamt mitgeteilt. Mehr kann ich nicht sagen, weil ich nicht mehr weiß."
Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani weiß mehr und nimmt fünf Minuten später per Handy Stellung. "Ein von uns beauftragtes Büro hat während der Untersuchung Bedenken wegen der in die Hallenunterdecke integrierten Heizung gemeldet", sagt Kaes-Torchiani. "Ich habe deshalb aus reinen Sicherheitsgründen verfügt, die Halle sofort zu sperren, bis wir genau wissen, was dort los ist."
Mit der Überprüfung der Lage sei ein zweites Büro beauftragt worden. "Diese Untersuchung wird voraussichtlich zwei Wochen dauern." Dem Gerücht, ein Teil der Hallendecke sei eingestürzt, tritt Kaes-Torchiani entgegen: "Das ist völliger Unsinn."