Stadtwerke Trier gehen in die Info-Offensive

Unternehmen : Neuer Vertriebschef, mehr Kundennähe

Stadtwerke Trier gehen in die Info-Offensive: Vor-Ort-Gesprächsangebote in allen 19 Stadtteilen. Start ist in der kommenden Woche in Feyen/Weismark. Die „Datenpanne“ beschäftigt das Unternehmen weiterhin.

Die Einstellung eines neuen Bereichsleiters für die Stadtwerke Trier (SWT) ist  bisher nicht unbedingt ein Grund für eine Pressekonferenz gewesen. Künftig aber wohl schon: „Wir wollen näher zum Kunden“,  verkündet Vorstand Arndt Müller, und dazu gehört auch, dass er den „Neuen“ gleich mal in den Blickpunkt rückt: Dirk Heckmann ist seit Jahresbeginn Vertriebschef.

Der Posten war lange vakant, weil der Nachfolger für Thomas Speckter (der unternehmensintern auf einen anderen Posten gewechselt ist), der bereits  gefunden war, sich rasch wieder aus Trier verabschiedete. Die Vakanz habe 2018 „zu einem harten Jahr“ für die SWT-Führungsetage gemacht, lässt  Müller durchblicken. Die Aufgaben des Vertriebschefs, der einer von insgesamt sechs SWT-Bereichsleitern ist, haben auf mehrere Schultern verteilt werden müssen. Und das in einer Phase, in der ohnehin viel los ist. Zumal die Stadtwerke dabei sind, viele ihrer bisher am Stammsitz in der Ostallee angesiedelten Abteilungen in den neuen Energie- und Technikpark zu verlagern. Der Umzug soll in zwei Jahren abgeschlossen sein. Das Kundenzentrum werde aber an Ort und Stelle bleiben. Das sei unabdingbarer Teil der Strategie. Müller: „Wir wollen als Dienstleister aus Trier mehr Nähe zu den Trierern nicht nur via Internet propagieren, sondern tatsächlich leben.“

Das geht mit einer besonderen Mission für den frisch angeheuerten Mann an der Vertriebsspitze einher: Dirk Heckmann wird zahlreiche Vor-Ort-Termine haben, um „bei allen Fragen rund um die Energieversorgung Rede und Antwort zu stehen“. Neben klassischen Auftritten wie etwa bei der Öko 2019 (15. bis 17. Februar im Messepark Trier), dem Bitburger Beda-Markt (15. bis 17. März), dem  Erlebnistag Elektromobilität (11. Mai auf dem Trierer Viehmarkt) oder der Wittlicher Wirtschaftswoche (14. bis 17. Juni) ist eine regelrechte Tour durch die 19 Trierer Stadtteile angesagt.

Start ist in Feyen/Weismark, wo die Stadtwerke sich am 30. Januar sowie am 2., 6. und 9. Februar im Pfarrheim St. Valerius und im Seminarraum der Sanus-Apotheke im neuen Geschäftszentrum Castelnau präsentieren. Stadtteil Nummer zwei auf dem Tour-Plan soll Tarforst sein; Termine stehen noch nicht fest.

Dirk Heckmann stammt aus Aachen. Der 52-Jährige diplomierte Maschinenbau-Ingenieur (Energie- und Umweltschutz-Technik) war zuletzt für die Stadtwerke Bonn tätig, wo er sechs Jahre lang den Fachbereich Privat- und Geschäftskunden leitete. In seinem neuen Job soll er mit seinem 40-köpfigen Team über das Strom-/Gas-Geschäft hinaus das Portfolio von Energiedienstleistungen ausbauen und die Chancen der Digitalisierung für die SWT nutzen.  Einer seiner beiden Fachbereichs-Leiter ist ebenfalls frisch im Amt: Der gelernte Elektromeister Michael Zepp (53) ist seit 20 Jahren Stadtwerker und managt nun  die Abteilung Privat- und Gewerbekunden.

Zum Einstand haben Heckmann und Zepp Handfestes zu bieten: Neue Stromvertrags-Abschlüsse werden mit Gutscheinen über 400 bis 800 Euro honoriert, die beim Kauf von energiesparenden Haushaltsgeräten beim Partnerunternehmen Blang eingelöst werden können.

Ebenfalls zum Einstand musste sich Heckmann kritische Fragen anhören: Wie geht es nach der „Datenpanne“ bei den Stadtwerken weiter? Wie berichtet, hatten zahlreiche SWT-Kunden zu Jahresbeginn Werbung für den Römerstrom-Sondertarif erhalten, die vielfach den Eindruck erweckte, Stromverträge seien ohne ihr Zutun umgestellt worden. Heckmann entschuldigte sich dafür. Es hätten sich „Daten verschoben“, sprich: Es seien die falschen Adressaten angeschrieben worden. „Das durfte eigentlich nicht passieren“, so Heckmann. Die Ursachenforschung laufe noch.

 Nachteile seien Kunden jedoch nicht entstanden: „Alle erhalten den für sie günstigsten Tarif.“  Dass der etwas höher liegt als vorher, begründet Heckmann mit „stark gestiegenen Energiepreisen, die nun moderat weitergegeben werden“.

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